Ampullen vom BioNTec/Pfizer Impfstoff gegen Covid-19 | dpa

Offener Brief von NGOs Impfstoff-Firmen sollen Know-how teilen

Stand: 11.02.2021 17:06 Uhr

Mehr als 20 Nichtregierungsorganisationen haben die deutschen Impfstoff-Hersteller BioNTech und CureVac zu einer schnelleren Produktion aufgefordert. Sie sollten ihre Patente aussetzen und ärmere Länder mehr berücksichtigen.

Ein Bündnis von mehr als 20 Entwicklungs- und Menschenrechtsorganisationen fordert die deutschen Pharmafirmen BioNTech und CureVac auf, schnell den Weg für eine weltweite Produktion ihrer Corona-Impfstoffe zu ebnen. So sollten die Unternehmen während der Pandemie auf ihre geistigen Eigentumsrechte - ihre Patente - verzichten und Technologien sowie Know-How anderen Firmen zugänglich machen, heißt es in einem offenen Brief unter anderem von Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam und Transparency International. Zudem sollten sie einen Teil der Impfstoffe für ärmere Länder bereitstellen.

"Beide Firmen haben Fördergelder von jeweils mehreren hundert Millionen Euro allein durch die Bundesregierung erhalten." Dadurch stünden sie in der Verantwortung, Menschen weltweit Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu gewähren, heißt es in dem Schreiben. Der Impfstoff von BioNTech und seinem US-Partner Pfizer kommt bereits in zahlreichen Ländern, darunter auch in Deutschland, zum Einsatz. Das Präparat von CureVac ist noch nicht zugelassen.

Jahrelanges Warten auf eine Impfung befürchtet

Es könne nicht sein, dass die Risikogruppen in den ärmeren Ländern noch Jahre auf eine Impfung warten müssten, während reiche Länder wie Deutschland schon in der Breite impften, erklärte Elisabeth Massute von Ärzte ohne Grenzen. Man sehe jetzt schon drastisch ansteigenden Infektionszahlen beispielsweise in Malawi, Mosambik, Afghanistan und Brasilien.

Die Pandemie habe massive Auswirkungen insbesondere auf die Gesundheitssysteme ärmerer Länder, heißt es weiter in dem Brief. Zudem würden Millionen Menschen in die Armut getrieben, und die Gefahr von langfristigen Hungersnöten werde verstärkt.

Bitte an die Vakzin-Produzenten

Um die Pandemie global wirksam einzudämmen und ihre schädlichen Auswirkungen zu bekämpfen, spielten biomedizinische Firmen eine wichtige Rolle. "Wir bitten Sie daher darzulegen, welche konkreten Maßnahmen Sie hinsichtlich der wichtigen Aspekte Transparenz, Bezahlbarkeit, Lizenzierung, Technologietransfer und garantiertem gerechten Zugang ergreifen werden, um dieser Verpflichtung gerecht zu werden."

Über dieses Thema berichtete der NDR in "Panorama - die Reporter" am 02. Februar 2021 um 21:15 Uhr.