Windräder ragen aus dichtem Bodennebel in den Himmel | dpa

Erneuerbare Energien in der EU Deutschland nur im unteren Mittelfeld

Stand: 19.10.2021 12:41 Uhr

Auf dem Weg zu einer klimaneutralen EU muss sich Deutschland als größte Volkswirtschaft der Gemeinschaft anstrengen. Zwar konnte der Anteil erneuerbarer Energieträger gesteigert werden. Deutschland liegt aber unter dem EU-Schnitt.

Die Nutzung erneuerbarer Energien hat in den vergangenen Jahren in allen 27 Staaten der Europäischen Union zugenommen. Im EU-Durchschnitt erhöhte sich der Anteil am Bruttoendenergieverbrauch zwischen 2009 und 2019 von 13,9 Prozent auf 19,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.

Deutschland liegt im europäischen Vergleich allerdings nur im unteren Mittelmaß: Der Anteil stieg laut den Daten zwischen 2009 und 2019 von 10,9 Prozent auf 17,4 Prozent. Deutschland lag damit 2019 nur auf Rang 16 von 27 EU-Mitgliedstaaten.

Spitzenreiter ist Schweden

Deutlich höhere Werte wurden vor allem in Nordeuropa erzielt, wie Destatis weiter mitteilte. So deckte Schweden im Jahr 2019 bereits 56,4 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien - der Spitzenwert in der EU. Hohe Anteile erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch verzeichneten 2019 neben Schweden auch Finnland mit 43,1 Prozent, Lettland mit 41,0 Prozent und Dänemark mit 37,2 Prozent.

In anderen EU-Staaten waren die Anteile weiterhin gering. So spielten regenerative Energiequellen 2019 unter anderem in Luxemburg (7,0 Prozent), Malta (8,5 Prozent) und den Niederlanden (8,8 Prozent) eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. In Deutschland war der Anteil mit 17,4 Prozent etwas niedriger als in Italien (18,2 Prozent) und etwas höher als in Frankreich (17,2 Prozent).

Der Bruttoendenergieverbrauch umfasst den Energieverbrauch der Endverbraucher (Industrie, Verkehr, Haushalte) zuzüglich des Eigenverbrauchs der Kraftwerke und der Netzverluste bei der Energieübertragung. Durch die Nutzung erneuerbarer Energiequellen können fossile Brennstoffe eingespart und Treibhausgasemissionen verringert werden.

40-Prozent-Ziel der EU

Die EU-Kommission möchte den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch in der EU deshalb bis 2030 auf 40 Prozent steigern. Die Zielmarke ist Bestandteil des Europäischen "Green Deals", mit dem die EU bis 2050 klimaneutral werden will. Dafür sollen in einem ersten Schritt die jährlichen Treibhausgasemissionen der EU bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 verringert werden. 2019 lagen die Emissionen 24 Prozent niedriger als 1990.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Oktober 2021 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.