Ein Schaufelradbagger arbeitet im Tagebau Garzweiler.  | dpa

Weltweiter Energieverbrauch Die Rückkehr der schmutzigen Kohle

Stand: 16.12.2022 14:45 Uhr

Der weltweite Verbrauch von Kohle könnte in diesem Jahr so hoch liegen wie noch nie zuvor. Ein Grund ist der russische Angriff auf die Ukraine. Und auch in den kommenden Jahren dürfte die Nachfrage erstmal nicht sinken.

Der weltweite Kohleverbrauch könnte in diesem Jahr ein neues Rekordhoch erreichen. Davon gehen aktuelle Schätzungen der Internationalen Energieagentur IEA aus.

Die Fachleute rechnen damit, dass der Verbrauch des fossilen Brennstoffs 2022 erstmals über acht Milliarden Tonnen liegen wird und damit etwa 1,2 Prozent höher als im vergangenen Jahr, so die Forscherinnen und Forscher in ihrem Jahresbericht. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 werde damit übertroffen.

Indien habe mit einem Plus von sieben Prozent besonders zu dem Anstieg beigetragen. "Die Welt ist nah an einem Scheitelpunkt der Nutzung fossiler Brennstoffe", zitierte die IEA Keisuke Sadamori, den Direktor für Energiemärkte und Sicherheit bei der Agentur.

Der Kohleverbrauch solle als erstes zurückgehen, doch noch sei man nicht so weit. Im Gegenteil: Der heute veröffentlichte Jahresbericht geht davon aus, dass der Kohleverbrauch bis mindestens 2025 auf dem derzeitigen Niveau bleibt.

Kohle als günstige Alternative

Zuletzt stieg die Nachfrage vor allem infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine und der Gaspreis-Explosion. Viele Länder mussten sich Alternativen zum russischen Gas suchen - und griffen auf Kohle zurück. Hinzu kommt der Ausfall von Atomkraftwerken in Frankreich, der kompensiert werden musste. Auch Hitzewellen und der Ausfall von Wasserkraftwerken hätten die Nachfrage nach Strom und damit nach Kohle gesteigert.

Doch die Expertinnen und Experten verweisen auch darauf, dass es positive Signale gibt. So führt etwa die aktuelle Krise dazu, dass der Einsatz von Erneuerbaren Energien und Heizpumpen beschleunigt werde. Das werde die Nachfrage nach Kohle in den kommenden Jahren mäßigen.