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Plan für 2021 Drei neue E-Modelle von Daimler

Stand: 14.12.2020 10:58 Uhr

2021 will der Autobauer an verschiedenen Standorten weltweit mit der Produktion von drei neuen reinen Elektromodellen beginnen. Nach dem Motto "Electric first" steckt Daimler Milliarden in die E-Mobilität. Im Konzern herrscht derweil weiter dicke Luft.

Für drei neue reine Elektromodelle plant Daimler im kommenden Jahr den Produktionsstart. Der Anlauf des Mercedes-Benz-Flaggschiffs EQS ist für das erste Halbjahr in der neuen "Factory 56" in Sindelfingen angedacht. In der zweiten Jahreshälfte folgt der EQE - zunächst in Bremen und wenig später dann auch in Peking, wie Daimler am Montag mitteilte. Dritter Modell-Neuanlauf 2021 soll der Kompaktwagen EQB sein, der im ungarischen Kecskemét sowie ebenfalls in Peking gebaut wird.

Mercedes EQS |

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Für zwei weitere Modelle - die SUV-Varianten von EQS und EQE - plant der Autobauer aus Stuttgart den Produktionsanlauf für 2022 in Tuscaloosa in den USA. Damit wären es dann acht reine Elektro-Fahrzeuge aus der EQ-Familie, die an sieben Standorten auf drei Kontinenten hergestellt werden. Die Batteriezellen für die Elektrofahrzeuge bezieht Daimler von asiatischen Herstellern und baut diese an mehreren Standorten zu Akkusystemen zusammen, unter anderem im sächsischen Kamenz.

Mercedes EQB |

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Nach dem Motto "Electric first" verfolgt die Pkw-Tochter Mercedes-Benz nach eigenen Angaben die "konsequente Elektrifizierung aller Modellvarianten und Fahrzeugtypen". Bis 2025 will Daimler 70 Milliarden Euro in Elektrifizierung und Digitalisierung stecken.

Produktion für drei Modelle läuft bereits

Zuletzt gab der Aufsichtsrat, der ab Ende März des kommenden Jahres von Bernd Pischetsrieder angeführt wird, dem Vorstandschef Ola Källenius grünes Licht für sein milliardenschweres Investitionspaket. Der Löwenanteil entfällt auf die von Mercedes-Benz bereits vorgestellten Pläne.

2030 sollen Plug-in-Hybride und vollelektrische Fahrzeuge mehr als die Hälfte des Absatzes ausmachen. "Wir wollen im Bereich der Elektromobilität führend sein und legen unseren Fokus insbesondere auf die Batterietechnologie", erklärte Vorstandsmitglied Markus Schäfer.

Für drei Modelle läuft die Produktion bereits: für den EQC seit 2019 in Bremen und in Peking, für die Großraumlimousine EQV seit diesem Jahr im spanischen Vitoria. Auch der Kompaktwagen EQA wird bereits in Rastatt gebaut, kommt aber erst Anfang 2021 auf den Markt.

Mercedes EQC |

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Elektro-Welle in Deutschland

In den vergangenen Monaten waren die Verkaufszahlen von E-Autos und Hybriden in die Höhe geschnellt. Jeder neunte Neuwagen in den größten fünf Märkten in Europa (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) hatte im Oktober einen elektrifizierten Antrieb. Der Marktanteil erreichte mit 11,5 Prozent einen neuen Rekordwert. In Deutschland war im Oktober sogar jeder sechste neu zugelassene Pkw entweder ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid.

Bei den reinen Elektroautos explodierte die Nachfrage in Deutschland mit einem Plus von 365 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat regelrecht. Der deutsche Markt erreichte beim Marktanteil reiner Elektroautos im Oktober mit 8,4 Prozent einen europaweiten Spitzenwert.

Dicke Luft im Konzern

Von einer friedlichen Vorweihnachtszeit kann beim Autoriesen aber trotzdem nicht die Rede sein. Zwischen Betriebsrat und Vorstand tobte zuletzt ein heftiger Streit um den künftigen Kurs und die Sparpläne. Mit Protestaktionen zeigte die Belegschaft ihren Unmut.

"Transformation, Covid, Rezession. Die Belegschaft leistet bei allen Herausforderungen ihren Beitrag: Qualifikation, Hygieneregeln, Sparbeitrag. Doch es reicht dem Vorstand nicht", hatte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Brecht Ende November kritisiert. "In den Werken zittern die Beschäftigten und haben Angst um ihre Zukunft. Die Belegschaft in der Verwaltung fühlt sich verstoßen."

Daimler will den Konflikt um Stellenabbau in Deutschland mit einem milliardenschweren Transformationsfonds entschärfen. Management und Betriebsrat hatten sich Anfang Dezember darauf geeinigt, dass der Autobauer für die kommenden fünf Jahre eine Milliarde Euro für die Beschäftigungssicherung in Deutschland und die Förderung von Zukunftstechnologien bereitstellt. Trotzdem legten Hunderte Mitarbeiter in der vergangenen Woche am Werk in Berlin ihre Arbeit nieder und demonstrierten weiter.

Protestierende Mercedes-Mitarbeiter |

Protestierende Mercedes-Mitarbeiterinnen, Berlin

tb

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Dezember 2020 um 17:12 Uhr.