Computer Racks in einem Rechenzentrum | picture alliance / Zoonar

Zusage der Tech-Konzerne Milliarden für mehr Cybersicherheit

Stand: 26.08.2021 09:28 Uhr

Bei einem Treffen im Weißen Haus haben die großen US-Tech-Konzerne zugesagt, mehrere Milliarden Dollar in das Thema Cybersicherheit zu investieren. Der Schutz sensibler Infrastruktur steht dabei im Mittelpunkt.

Tech-Konzerne wie Google und Microsoft wollen nach Angaben des Weißen Hauses Milliardensummen in den Kampf gegen Cyberkriminalität investieren. Mehrere Unternehmen sagten während eines Treffens mit US-Präsident Joe Biden entsprechende Verpflichtungen und Initiativen zu. Bei dem Treffen waren unter anderem Apple-Chef Tim Cook, der Alphabet- Chef Sundar Pichai, Microsoft-Chef Satya Nadella und Amazon-CEO Andy Jassy anwesend.

"Die Realität ist, dass die meisten unserer kritischen Infrastrukturen vom privaten Sektor betrieben werden, und die Regierung kann diese Herausforderung nicht allein bewältigen", hatte Biden vor den Beratungen mit den Chefs der Technologieunternehmen gesagt.

Es fließen Milliardensummen

Demnach will etwa Apple ein neues Programm zur kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheit in der gesamten Technologie-Lieferkette einrichten. Der Konzern wolle dabei mit seinen Zulieferern zusammenarbeiten und Sicherheitsschulungen sowie die Behebung von Schwachstellen vorantreiben.

Microsoft will den Angaben zufolge in den kommenden fünf Jahren 20 Milliarden US-Dollar investieren, also rund 17 Milliarden Euro, um zum Beispiel fortschrittliche Sicherheitslösungen schneller bereitstellen zu können.

Google will der US-Regierung zufolge in den kommenden fünf Jahren mehr als zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Milliarden Euro) in bestimmte Programme zur Cybersicherheit stecken und außerdem 100.000 Amerikanern dabei helfen, von der Industrie anerkannte Zertifikate für digitale Fähigkeiten zu erwerben.

Amazon kündigte demnach an, die Sicherheitsschulungen, die das Unternehmen seinen Mitarbeitern anbietet, auch der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Auch andere Unternehmen wie Microsoft und IBM sollen Zusagen gemacht haben.

Personalmangel in der Sicherheitsbranche

Cybersicherheit sei für die Regierung ein Gebot der nationalen und wirtschaftlichen Sicherheit, hieß es weiter aus dem Weißen Haus. Man räume der Cybersicherheit einen so hohen Stellenwert ein "wie nie zuvor".

Man wolle sich dabei aber auf die dauerhaften Ursachen der bösartigen Cyberaktivitäten konzentrieren. Dazu müsse die Sicherheit in der Technik und den Betriebsabläufen verbessert werden. Außerdem müssten aktive Maßnahmen gegen den Personalmangel in der Sicherheitsbranche ergriffen werden. 500.000 Stellen seien dort unbesetzt.

Was ist Ransomware?

Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die bei den Opfern den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern, indem sie beispielsweise alle Festplatten verschlüsseln. Für die Entschlüsselung verlangen die Angreifer ein Lösegeld, der englische Begriff dafür ist "ransom".

In eine Initiative zur Cybersicherheit, die vor allem Infrastruktur in den Blick nimmt, sollen Erdgaspipelines mit aufgenommen werden. In den USA hatten zuletzt Ransomware-Angriffe auf die Energieinfrastruktur Schlagzeilen gemacht, darunter auf eine der wichtigsten Benzinpipelines in den USA. Hinter diesen Angriffen werden vor allem in Russland ansässige Cyber-Hacking-Gruppen vermutet.

Über dieses Thema berichtete Börse live am 26. August 2021 um 09:05 Uhr auf tagesschau24.