Ein Mann trägt Handschuhe und tippt auf der Tastatur eines Computers. | dpa

Sicherheit im Internet 75 Prozent von Cyberkriminalität betroffen

Stand: 02.01.2023 13:31 Uhr

Datenweitergabe, Betrug beim Online-Shopping oder Schadsoftware-Attacken: Drei von vier Internetnutzern sind von Cyberkriminalität betroffen. Aber nur wenige wenden sich an die Polizei.

Drei Viertel der Internetnutzer sind einer Umfrage zufolge von Cyberkriminalität betroffen. 22 Prozent gaben dagegen an, keine Erfahrungen etwa mit Schadsoftware, Betrug beim Onlineeinkauf oder Beleidigungen in sozialen Netzen gemacht zu haben, heißt es in einer Erhebung des Branchenverbandes Bitkom. 2021 gaben 21 Prozent an, nicht betroffen zu sein. 2020 lag der Anteil bei 34 Prozent, 2019 bei 40 Prozent.

Wer sich im Internet bewege, müsse damit rechnen, auf Kriminelle zu treffen, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder laut Mitteilung. "Deshalb ist es wichtig, dass alle entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen - das reicht von der Verwendung sicherer Passwörter über die Installation von Virenschutzsoftware bis zur sparsamen Weitergabe persönlicher Informationen."

Betrug und Belästigung

Der Erhebung zufolge berichtete fast die Hälfte der Nutzer, dass ungefragt persönliche Daten weitergeben wurden. 29 Prozent wurden Opfer von Betrug beim Online-Shopping und 13 Prozent bei Geldtransaktionen. Bei 27 Prozent wurde der Computer mit Schadprogrammen wie Viren infiziert. 17 Prozent bemerkten solche Vorfälle auf dem Smartphone.

Auch in der direkten Interaktion mit anderen Nutzern gab es der Umfrage zufolge zahlreiche strafbare Handlungen. So wurden 23 Prozent schwer beleidigt oder angegriffen. Neun Prozent wurden sexuell belästigt - Frauen waren mit 13 Prozent häufiger betroffen als Männer (sechs Prozent).

Ein Drittel der Betroffenen reagierte nicht auf die Vorfälle, wie der Verband mitteilte. Rund die Hälfte suchte das Gespräch mit Freunden und Bekannten. Fast die Hälfte kontaktierte das Unternehmen, das mit der kriminellen Aktivität in Verbindung gebracht wurde, etwa die Social-Media-Plattform, die Bank oder den E-Mail-Anbieter. 18 Prozent erstatteten Strafanzeige bei der Polizei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 02. Januar 2023 um 11:11 Uhr.