Microcomputer chip | FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX

Chips und Halbleiter EU will bei Mikroelektronik aufholen

Stand: 07.12.2020 17:35 Uhr

Sie stecken in jedem Elektrogerät und werden meistens in den USA oder Asien gebaut: Mikrochips. Europa mischt in der Branche bislang vergleichsweise wenig mit - doch das soll sich jetzt ändern.

Die EU will sich im Bereich der Mikroelektronik und Halbleitertechnik unabhängiger von den USA und China machen und gleichzeitig die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern. 17 Mitgliedsstaaten, darunter auch Deutschland, wollen Milliarden in die Entwicklung moderner Mikroprozessoren und Halbleiter investieren.

Im Rahmen einer Videokonferenz vereinbarten die für Digitalisierung zuständigen EU-Minister eine Initiative, die den teilnehmenden Ländern ermöglicht, gemeinsame Industrie-Allianzen zu bilden. Für diese Kooperationen soll es einfacher werden, Staatshilfen zu bekommen, da sie von strategischer Bedeutung für Europa sind.

Milliarden-Investitionen sollen Jobs schaffen

Es seien Vorhaben von europäischem Interesse, die "mittels staatlicher Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet", erklärte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton sprach von einem "wichtigen Schritt für Europas digitale Souveränität".

Allein in Deutschland gibt es nach Altmaiers Angaben in den kommenden Jahren einen Förderbedarf von mehreren Milliarden Euro. Dabei gehe es um "eine beträchtliche Zahl von Arbeitsplätzen". Weitere Details nannte der CDU-Politiker nicht. Der europäische Anteil am weltweiten Halbleitermarkt beläuft sich auf rund zehn Prozent; entsprechend hoch ist die Abhängigkeit von Anbietern aus Asien und den USA.

Vergleichbare Initiative bei der Batterietechnik

Eine ähnliche europäische Kooperation gibt es bereits im Bereich der Batteriezellenproduktion. Auch hier fördert die EU mit gemeinsamen Projekten und staatlichen Subventionen den Aufbau eigener Produktionskapazitäten, um die Abhängigkeit von Herstellern in Asien zu reduzieren.

Zur nun vereinbarten Initiative zur Förderung der Halbleiterindustrie gehören neben Deutschland auch Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Belgien, Kroatien, Estland, Finnland, Griechenland, Malta, Portugal, Slowenien, die Slowakei, Rumänien, Zypern und Österreich. Die restlichen zehn EU-Staaten haben in den kommenden Wochen noch die Möglichkeit, sich der Kooperation anzuschließen.