Mitarbeiter mit Schutzmasken in einem Apple-Store in Peking | AP

Smartphone-Markt Apple hängt Samsung ab

Stand: 28.01.2021 13:09 Uhr

Der Erfolg der iPhones hat Apple zum Rekordgewinn verholfen. Der Konzern verkauft inzwischen mehr Smartphones als Samsung. Auch Facebook reagiert zunehmend nervös auf den Konkurrenten.

Dass Apple ausgezeichnete Bilanzen vorlegt, daran hat sich die Finanzwelt in den vergangenen Jahren längst gewöhnt. Auch im Weihnachtsquartal des vergangenen Geschäftsjahres fallen die Zahlen wieder einmal beeindruckend aus: Der Gewinn legte um 29 Prozent auf 28,76 Milliarden Dollar zu, der Umsatz stieg um 21 Prozent auf 111,4 Milliarden Dollar - beides Rekorde.

Beim Umsatz gelang es Apple sogar als erst viertem Konzern in der US-Wirtschaftsgeschichte, innerhalb eines Quartals die Marke von 100 Milliarden Dollar zu überspringen. Zuvor hatten das nur ExxonMobil, Amazon und der Einzelhändler Walmart geschafft.

Privatsphäre als Kaufargument?

Vor allem der Erfolg des iPhones ist die Grundlage für die Rekordjagd. Im abgelaufenen Quartal löste Apple nach Daten der Analysefirma IDC Samsung als Marktführer im Smartphone-Segment ab. Demnach setzte Apple 90,1 Millionen iPhones ab und erreichte einen Marktanteil von 23,4 Prozent. Samsung verkaufte 73,9 Millionen Smartphones - ein Marktanteil von rund 19 Prozent.

In den vergangenen Monaten wurde immer deutlicher, welche Strategie der Technologiekonzern bei seinem Versuch verfolgt, den Apple-Kosmos zu erweitern und die Nutzer noch stärker an sich zu binden. In dem Zusammenhang spielt Apples Plan eine Rolle, den Nutzern mehr Privatsphäre zu gewähren.  

Zuckerberg wettert gegen Apple  

Apple will den Nutzern in den kommenden Monaten neue Möglichkeiten geben, um die Datensammlung auf iPhones einzuschränken. Sie sollen leichter verhindern können, dass Apps und Werbedienste Informationen über ihr Verhalten über die Grenzen einzelner Anwendungen und Websites hinweg sammeln. Wahrscheinlich ab Ende März oder irgendwann im April soll mit einem Software-Update die in Aussicht gestellte App-Tracking-Transparenz kommen. Apples Plan ist, dass jede App die Nutzer für den Zugriff um Erlaubnis fragen muss.

Facebook lebt von den Daten der Nutzer von Facebook, Instagram und WhatsApp. Jede Einschränkung wäre deshalb kaum im Interesse von Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Sie hätte praktisch direkte Folgen für das Geschäft, denn gerade die mögliche Personalisierung der Werbung macht Facebook so attraktiv für die werbenden Unternehmen - geht Zielgenauigkeit verloren, leidet das Geschäftsmodell.  

Zwar zeigen die aktuellen Facebook-Zahlen, dass Zuckerberg sein Geschäftsmodell auf eine breitere Basis stellen möchte. Aber bislang macht Facebook rund 97 Prozent des Umsatzes mit Anzeigen. "Ich möchte betonen, dass wir Apple verstärkt als einen unserer größten Konkurrenten sehen", so Zuckerberg.  

"iMessage wird bevorzugt"

Dass Apple mit dem Chatdienst iMessage zudem über eine Alternative zu WhatsApp verfügt, die durch die starke Verbreitung des iPhones ebenfalls zu einer Gefahr für Facebooks Geschäfte werden kann, treibt Zuckerberg ebenfalls um. Der Apple-Service sei auf allen iPhones vorinstalliert und werde dort bevorzugt, kritisierte er.

Und er wendete das Datenschutzargument gegen Apple. Chat-Inhalte bei WhatsApp seien dank Komplett-Verschlüsselung grundsätzlich nur für die Beteiligten im Klartext verfügbar, so Zuckerberg. Apple aber speichere standardmäßig iMessage-Backups ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf seinen Servern, wenn man den iCloud-Dienst nicht ausschalte. "Apple und Regierungen haben die Möglichkeit, sich Zugang zu Nachrichten der meisten Leute zu verschaffen", sagte Zuckerberg.

WhatsApp hatte jüngst mit einem Abgang von Nutzern zu kämpfen. Sie befürchteten, dass künftig mehr Daten mit Facebook geteilt werden sollen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Januar 2021 um 07:35 Uhr.