Apple-Chef Tim Cook bei der Entwicklerkonferenz WWDC21 | AFP PHOTO /APPLE INC./HANDOUT

Apple baut Facetime aus Auf dem Weg zum digitalen Lagerfeuer

Stand: 08.06.2021 19:46 Uhr

Apple erneuert seine Facetime-App. Der Konzern reagiert damit nicht nur auf die Konkurrenz durch Anbieter wie Zoom, sondern öffnet sich auch für Windows- und Android-Geräte.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Apple öffnet sich mit seinem Videochat-Dienst Facetime langsam auch für Android- und Windows-Geräte. Das ist fast schon eine kleine Revolution - jedenfalls für Apple Verhältnisse. Software-Chef Craig Federighi verkaufte die Nachricht so: "Nicht nur Apple-Geräte können mit dem Facetime-Link etwas anfangen. Auch User mit Android oder Windows können diesen direkt in ihrem Browser öffnen und am Chat teilnehmen."

Marcus Schuler ARD-Studio Los Angeles

Bisher hat sich Apple, wenn es um die Öffnung von Kernfunktionalitäten auf seinem iPhone oder seinen Desktop-Computern ging, eher schwer getan. Doch die Beliebtheit von Video-Chat-Diensten wie Zoom ist in der Corona-Krise geradezu explodiert. Apple reagiert genau auf diese Entwicklung und hat seiner Facetime App ein grundlegendes Facelift spendiert.

Konkurrenz für Zoom

Von dort lassen sich Links an Freunde mit Andoid-Telefonen oder Windows-Computer schicken, um sich mit ihnen im Facetime-Chat zu treffen. Marc Gurman, Analyst beim Wirtschaftsdienst Bloomberg meint, damit mache Apple vor allem Zoom Konkurrenz. Unter anderem mit einer Terminplanung und verbesserter Ton- und Bildqualität.

Die neue Facetime-App soll ein wenig digitales Lagerfeuer liefern. So wird man mit Hilfe der App künftig gemeinsam Musik hören und Video ansehen können, ohne den Chat zu unterbrechen. Mit Freunden sollen so gemeinsam Sendungen geschaut werden können. Umgebungsgeräusche sollen in der Chat-App besser unterdrückt werden. Außerdem wird es einen Porträt-Modus geben, der den Hintergrund verschwimmen lässt.

Mehr Kontrolle und mehr Datenschutz als Thema

Die zweite große Neuerung auf den Smartphones von Apple betrifft die Benachrichtigungsfunktionen. Sie geben seinem Nutzer mehr Kontrolle, wie und wann er gestört oder ungestört bleiben möchte. "Es gibt neue Feature mit denen man die Benachrichtigungen unterschiedlichen Aktivitäten anpassen kann. Zum Beispiel während man arbeitet oder ungestört sein möchte", sagt Analyst Gurman.

Datenschutz und Privatsphäre spielen seit drei Jahren bei Apple eine immer größere Rolle. Der kalifornische Konzern versucht hier sein Profil zu schärfen, um sich stärker von Konkurrent Google und dessen Android-System abzugrenzen. In der Mail-App des Konzerns werden jetzt sogenannte Nachverfolgungs-Pixel blockiert. Werber und Marketing-Leute dürften sich erneut über Apple ärgern. Sie können damit nicht mehr kontrollieren, ob und wo eine E-Mail geöffnet wurde.