Hände mit Forderung nach Lohnsteigerungen von fünf Prozent
Hintergrund

Tarifverhandlungen im Überblick Ziele und Abschlüsse der Tarifrunde 2016

Stand: 23.10.2016 11:00 Uhr

Die Konjunktur in Deutschland soll in diesem Jahr weiter anziehen. Die Gewerkschaften fordern in den Tarifverhandlungen deutliche Lohnerhöhungen von bis zu sechs Prozent. Die Forderungen und Abschlüsse der Tarifrunden 2016 im Überblick.

Die deutsche Wirtschaft soll weiter zulegen. Ein Wachstum zwischen 1,5 und 2,0 zwei Prozent sei wahrscheinlich, sagen nicht nur Bundesregierung und Bundesbank, sondern auch die "fünf Wirtschaftsweisen" und die großen Wirtschaftsforschungsinstitute.

Die Gewerkschaften sehen darum genügend Spielraum für deutliche Lohnerhöhungen Denn wenn die Wirtschaft wächst, dann verdienen die Unternehmen normalerweise auch mehr Geld - und davon sollen die Mitarbeiter profitieren. Die Arbeitgeber sind naturgemäß anderer Meinung. Schließlich halten sie den Aufschwung angesichts der Risiken durch weltweite Konflikte keineswegs für stabil.

Tarifkonflikte und Arbeitskämpfe sind darum programmiert. Einen Überblick über die großen Tarifrunden 2016 finden Sie hier:

Tarifrunden des Jahres 2016
Branche Personal* Lohnforderung (Gewerkschaft) Abschluss
Öffentlicher Dienst (Bund und Kommunen) 2.443.000 6,0% (ver.di) 2,4% (2016), 2,35% (2017)
Bauhauptgewerbe 699.000 5,9% (IG BAU) West: 2,4% (2016), 2,2% (2017); Ost: 2,9% (2016), 2.4% (2017)
Metall- und Elektroindustrie 3.532.600 5,0% (IG Metall) 2,8% (2016), 2,0% (2017)
Deutsche Telekom 50.800 5,0% (ver.di) 2,6% bzw. 2,2% (2016), 2,1% (2017)
Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie 196.700 5,0% (IG Metall) 2,0% (2016), 1,7% (2017)
Chemische Industrie 549.800 5,0% (IG BCE) 3,0% (2016), 2,3% (2017)
Druckindustrie 144.700 5,0% (ver.di) 2,0% (2016), 1,8% (2017)
Volkswagen AG 110.000 5,0% (IG Metall) 2,8% (2016), 2,0% (2017)
Bankgewerbe 234.900 4,9% (ver.di) 1,5% (2016), 2,2% (2018)
Zeitarbeit 870.000 6,0% (DGB)
Ärzte an kommunalen Kliniken 55.000 5,9% (MB) 2,3% (2016), 2,0% (2017), 0,7% (2018)

*Quelle: WSI-Tarifarchiv;

Anm. d. Red.: Die Tabelle zeigt nur die prozentualen Lohnforderungen und Tarifabschlüsse. Sonderregelungen wie Einmalzahlungen, Ergebnisbeteiligungen, Lohnanstiege um feste Summen (für alle Beschäftigten unabhängig vom jeweiligen Einkommen), Urlaub usw. haben wir nicht aufgeführt, um die Tabelle übersichtlicher und vergleichbar zu halten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Mai 2016 um 12:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Maria-José Blumen 13.05.2016 • 18:19 Uhr

@karwandler

"Stimmt so nicht. Die 60% sind bezogen auf das BIP. Steigt das BIP und der Schuldenstand ist konstant sinkt der prozentuale Anteil." Fällt das BIP dann steigen die Prozente recht schnell wieder. Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland wird uns bald ein fallendes BIP bescheren, denn die Babyboomer gehen bald in Rente. Die arbeitenden Bevölkerung wird weniger werden. Da beisst die Maus keinen Faden ab. (auch mit Zuwanderung übrigens) Wir werden weniger Menschen im Arbeitsleben haben die MEHR Menschen in Rente/Pension ernähren müssen.