Fensterputzer auf einem Glasdach in Dresden | Bildquelle: dpa

Tarifstreit beigelegt Mehr Zuschläge für Gebäudereiniger

Stand: 18.10.2019 11:31 Uhr

Nach langen Verhandlungen gibt es einen Tarifabschluss für die 650.000 Beschäftigten in der Gebäudereinigungsbranche. Sie bekommen mehr Zuschläge und Urlaub. Bei Überstunden setzten sich die Arbeitgeber durch.

Nach sechs ergebnislosen Verhandlungsrunden ist der Tarifstreit in der Gebäudereinigung beigelegt. Man habe sich mit den Arbeitgebern auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, teilte die Gewerkschaft IG BAU mit. Demnach erhalten die bundesweit etwa 650.000 Beschäftigten in der Branche höhere Zuschläge und mehr Urlaub.

Die zentrale Forderung nach einem Weihnachtsgeld wurde hingegen auf die Gehaltsverhandlungen im kommenden Jahr vertagt. Vorerst erhalten die Beschäftigten als "Weihnachts-Bonus" in diesem und im kommenden Jahr Heiligabend oder Silvester als bezahlten Arbeitstag frei. Wenn sie an diesem Tag arbeiten, gibt es laut IG BAU-Chef Robert Feiger eine "Weihnachts-Prämie" in Form eines 150-prozentigen Lohnzuschlags.

Streit über Überstundenregelung

Gebäudereiniger
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Die Arbeitgeberseite hat den Lohntarifvertrag zum 31. Juli 2020 gekündigt. Dann wird auch über das Weihnachtsgeld verhandelt.

Die ebenfalls hart umstrittenen Überstundenzuschläge werden - wie von den Arbeitgebern gefordert - künftig erst ab der neunten Arbeitsstunde pro Tag fällig. Viele Teilzeitbeschäftigte gehen so leer aus, was die IG BAU zuvor immer wieder kritisiert hatte. Die Betroffenen sollen einen Anspruch auf die Anpassung ihrer Arbeitsverträge bekommen, wenn sie regelmäßig 15 Prozent länger arbeiten müssen als eigentlich vorgesehen. Der Zuschlag beträgt 25 Prozent.

Die Überstundenregelung war der eigentliche Grund, warum die Arbeitgeber den Rahmentarif gekündigt hatten. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts hätten sie den Zuschlag auch an Teilzeitbeschäftigte mit kürzer vereinbarten Arbeitszeiten zahlen müssen. Dies wird nun mit der neuen Regelung vermieden.

Höhere Zuschläge

Neben der Überstundenvergütung wurden auch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen vereinbart. So soll es der IG BAU zufolge künftig einen einheitlichen Nachtzuschlag von 30 Prozent geben. Das seien fünf Prozent mehr als bislang. An Sonn- und Feiertagen wird es einen Aufschlag von 80 statt bisher 75 Prozent geben.

Zuschläge von 200 Prozent gibt es der Vereinbarung zufolge an den Weihnachtsfeiertagen, für die Arbeit an Neujahr sowie am 1. Mai. Von 2021 an soll es außerdem für alle Vollzeitbeschäftigten einen einheitlichen Urlaub von 30 Tagen geben.

Mit einer Zustimmung der Tarifkommission der Gewerkschaft zu der erzielten Vereinbarung wird gerechnet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. Oktober 2019 um 06:36 Uhr, 09:25 Uhr und 09:45 Uhr.

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