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Schweizer Telekomkonzern 800.000 Kundendaten bei Swisscom geklaut

Stand: 07.02.2018 11:21 Uhr

Unbekannte haben 800.000 Kundendaten des Schweizer Telekom-Unternehmens Swisscom entwendet, darunter Namen, Adressen und Geburtsdaten. Sie hatten Zugriffsrechte eines Vertriebspartners genutzt.

Das Schweizer Unternehmen Swisscom ist Opfer eines großen Datenklaus geworden: Wie nun bekannt wurde, hatten unbekannte Täter bereits im Herbst 2017 800.000 Datensätze entwendet. Darunter befinden sich Namen, Adressen Telefonnummern und Geburtsdaten von Kunden. Besonders schützenswerte Daten wie Passwörter, Gesprächs- oder Zahlungsdaten seien jedoch nicht betroffen, erklärte das Unternehmen.

Kein Hack

Die Täter hatten offenbar die Zugriffsrechte eines Vertriebspartners missbraucht, um sich Zugang zu den Swisscom-Daten zu verschaffen. Es habe aber keinen Hack der zentralen Datenbanken gegeben, so ein Swisscom-Sprecher. Aus Sicherheitsgründen habe man die betroffenen Zugänge der Partnerfirma gesperrt. Außerdem sei der eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (EDÖB) informiert worden.

Eine Hand greift in einen Serverschrank mit Netzwerkkabeln. | Bildquelle: dpa
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Offenbar hatten die Täter Zugriff auf die Zugangsdaten eines Vertriebspartners der Swisscom.

Das Unternehmen kündigte gleichzeitig an, seine Sicherheitsstrategie zu verschärfen. So sollen großangelegte Abfragen von Kundendaten künftig technisch automatisch unterbunden und für alle Datenzugriffe von Vertriebspartnern eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentisierung eingeführt werden. Damit soll ein weiterer Datenklau ausgeschlossen sein.

Nicht das erste Mal

Denn es ist nicht das erste Mal, dass der Swisscom Daten abhanden kommen: Bereits 2013 wurden mehrere Datensicherungs-Bänder entwendet. Sie hätten eigentlich geschreddert werden sollen, landeten aber offenbar in falschen Händen, wie die "Neue Züricher Zeitung" berichtet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 07. Februar 2018 um 14:40 Uhr.

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