Hochspannungsleitung

Streit um Stromtrasse SuedLink - alles auf Anfang?

Stand: 17.05.2015 14:04 Uhr

Die Stromtrasse SuedLink sorgt für Zoff zwischen den Bundesländern: "Als Unverschämtheit aus München" bezeichnet Hessen Wirtschaftsminister Al-Wazir den Vorstoß aus Bayern, die Trasse müsste weiter in den Westen gelegt werden. Baden-Württemberg sieht das Projekt in Gefahr.

Mit ihrer Forderung, die geplante Stromtrasse Suedlink weiter nach Westen zu verlegen, hat Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner für Empörung bei den betroffenen Bundesländern Hessen und Baden-Württemberg gesorgt.

"Das Land werde sich die Unverschämtheiten aus München nicht gefallen lassen", sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir von den Grünen. Der Vorschlag sei "an Dreistigkeit nicht zu überbieten" und gehe zu Lasten anderer. SuedLink würde dann erst auf den letzten Metern in Bayern landen. "Die bayerische Landesregierung kann nicht ernsthaft glauben, dass dieser wahnwitzige Vorschlag auch nur den Hauch einer Realisierungschance hat."

"Kein fachlicher Grund" 

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller, ebenfalls von den Grünen, wies den Aigner-Vorstoß ebenfalls zurück. Der bisherige Planungsprozess habe sich stets an Kriterien der Versorgungssicherheit orientiert und die Interessen von ganz Deutschland im Blick gehabt, teilte Untersteller mit.

Tarek Al-Wazir
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Tarek Al-Wazir kritisiert Aigners Vorstoß scharf.

"Es gibt überhaupt keinen fachlichen Grund, vom vereinbarten Verfahren abzuweichen und die Netzausbaupläne grundlegend zu ändern." Zudem würden dadurch die Netzausbauplanungen für die SuedLink-Trasse "quasi zurück auf den Anfang" gesetzt - was mehrere Jahre Verzug bedeute. "Diesen zeitlichen Umweg können wir uns schlicht nicht leisten", sagte Untersteller

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner will die umstrittene Gleichstrom-Trasse für den sogenannten SuedLink nach Westen verschieben. Damit würde die geplante Superleitung, die Windstrom von der Küste in den Süden bringen soll, hauptsächlich durch Baden-Württemberg und Hessen führen. Unterfranken bliebe damit eine weitere Belastung - zusätzlich zu der bereits im Bau befindlichen Thüringer Strombrücke - erspart, wie der BR berichtete.

Entscheidung noch vor der Sommerpause

In Kürze will die Bundesnetzagentur ihre Pläne für das künftige deutsche Stromnetz vorlegen. Über den Netzausbau soll noch vor der Sommerpause in Berlin entschieden werden. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, aber auch zahlreiche Bürgerinitiativen in Bayern und Hessen, stemmen sich gegen SuedLink.

Die Leitung soll die Energieversorgung im industriestarken Süden gewährleisten, wenn bis 2022 die letzten Atommeiler abgeschaltet werden. In ihrer Stellungnahme droht Aigner indirekt mit einer Blockade der Netzausbaupläne. Sie bringt Naturschutz-Argumente ins Spiel sowie eine Änderung des bayerischen Landesentwicklungsplans.

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