Studenten sitzen in einem Hörsaal. | Bildquelle: dpa

Urteil des Bundesfinanzhofs Studium nicht von der Steuer absetzbar

Stand: 23.07.2020 17:34 Uhr

13 Jahre dauerte der Rechtsstreit zwischen einer Psychologie-Studentin und dem Finanzamt. Jetzt hat das höchste deutsche Finanzgericht entschieden: Ausgaben für ein Studium sind keine Werbungskosten.

Studenten dürfen ihre Ausbildung nicht von der Steuer absetzen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) geurteilt. Damit ist nach 13 Jahren ein Rechtsstreit mit dem Finanzamt um gut 5000 Euro entschieden. Die Bedeutung des Urteils geht jedoch weit darüber hinaus: Der BFH hat nun zahlreiche ähnliche Revisionsfälle eingestellt. Dabei ging es nicht nur um die Kosten eines Studiums, sondern auch um die Pilotenausbildung.

Bundesverfassungsgericht musste befragt werden

Klägerin war eine Frau aus Nordrhein-Westfalen, die von 2003 bis 2006 Psychologie studiert hatte. Im Streit mit dem Finanzamt ging es um das Jahr 2006, als sie nur 823 Euro verdient, aber wesentlich mehr für ihr Studium ausgegeben hatte. Deshalb wollte die Studentin ihr Einkommensminus von 5397 Euro als Werbungskosten absetzen. Damit hätte sie diese Summe später nach dem Antritt ihrer ersten Stelle vom Einkommen abziehen lassen können.

In der ersten Instanz verlor das Finanzamt, und auch der Bundesfinanzhof wollte der Klägerin ursprünglich Recht geben. Der VI. Senat holte jedoch die Meinung des Bundesverfassungsgerichts ein, das die entsprechende Vorschrift im Einkommensteuergesetz für rechtens erklärte. Das heute veröffentlichte Urteil des BFH bezieht sich ausdrücklich nur auf die Kosten einer Erstausbildung, die nicht im Rahmen des Berufs stattfindet.

(Az.: VI R 17/20)

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