Blick auf einen modernisierten Altbau in Berlin-Mitte (Archiv). | Bildquelle: picture alliance / dpa

Studie zu Immobilienpreisen Immer teurer durch wenige Regionen

Stand: 12.04.2019 16:03 Uhr

Immobilienpreise steigen rasant - so die öffentliche Wahrnehmung. Doch laut einer Studie sorgen vor allem wenige, überdurchschnittlich teure Regionen für den Boom. In manchen Kreisen sinken die Preise sogar.

Der Anstieg der Immobilienpreise geht laut einer Studie nur auf relativ wenige Regionen zurück. Zwar seien die Kaufpreise für Wohnungen seit 2005 in fast allen Städten und Landkreisen gestiegen, heißt es in einer Analyse des Verbands der Sparda-Banken. Doch in nur weniger als einem Viertel aller Regionen seien die Preise höher gestiegen als im Bundesdurchschnitt. Dieser lag bei einem Plus von 3,4 Prozent pro Jahr.

Verantwortlich für den starken Preisanstieg seien vor allem Großstädte. "Die bereits teuren Regionen sind auch die dynamischsten", heißt es in dem Papier. In Berlin betrage das Plus bei den Wohnungspreisen das 2,4-fache des Bundesschnitts, in Hamburg das 2-fache, so die Autoren. Insgesamt verteuerten sich Immobilien vom ersten Quartal 2005 bis zum dritten Quartal 2018 in Berlin um fast 129 Prozent, gefolgt etwa vom Landkreis München (117), der Stadt München (116) und Hamburg (110). Im bundesweiten Mittel stiegen die Preise dagegen nur um gut 54 Prozent.

Kaufpreise pro Quadratmeter in ausgewählten Regionen
Stadt/LandkreisPreis pro Quadratmeter
Landkreis München7586 Euro
München (Stadt)6798 Euro
Frankfurt am Main4555 Euro
Freiburg im Breisgau4444 Euro
Hamburg4393 Euro
Regensburg4318 Euro
Berlin3407 Euro
Bundesdurchschnitt2379 Euro
Rostock2307 Euro
Dresden2125 Euro
Landkreis Dahme Spreewald1668 Euro

Metropolen besonders attraktiv

Generell seien die Preise im untersuchten Zeitraum in Städten rund doppelt so stark gestiegen wie in Landkreisen. Dabei strahlen die Metropolen immer weiter ab. "Der Wirkungskreis von München beträgt mehr als 100 Kilometer", sagt Hanno Kempermann, Projektleiter bei der Beratungsgesellschaft IW Consult, dem Partner für die Studie. In umliegenden bayrischen Landkreisen seien die Quadratmeterpreise zum Teil noch höher als in den anderen Metropolen.

Im Bundesschnitt kosten Immobilien mit einer Fläche von 111 Quadratmetern laut Studie 264.000 Euro, in Großstädten müssen sich Käufer aber für diesen Preis mit weit weniger Fläche zufrieden geben: So bekommt man der Studie zufolge für 264.000 Euro im Landkreis München lediglich 35 Quadratmeter, im thüringischen Kyffhäuserkreis allerdings für denselben Preis ganze 309 Quadratmeter. Hier sanken die Immobilienpreise seit 2005 sogar.

Zimmerflucht einer Altbauwohnung
galerie

In München liegt der Quadratmeterpreis der Studie zufolge bei 6798 Euro - und damit weit über dem Bundesschnitt von 2379 Euro.

Gefälle zwischen West und Ost, Nord und Süd

An der Spaltung dürfte sich wenig ändern: Die besten wirtschaftlichen Aussichten und damit auch weiter steigende Immobilienpreise sehen die Autoren für Süddeutschland und allen voran den Großraum München sowie die Ballungsräume Berlin, Hamburg und Frankfurt. Hinten lägen das Ruhrgebiet und einige Teile Ostdeutschlands. Der Osten hole aber langsam auf, etwa Rostock.

30 Prozent der Mieter bis 50 Jahre planen laut der Studie den Kauf von Immobilien. Davon wiederum plant jeder Dritte den Erwerb in den nächsten zwei bis drei Jahren, 2013 war es nur jeder Vierte. Die Menschen scheuten aber das Risiko langfristiger Kredite und die hohen Preise. Fast die Hälfte sei bereit, bis zu 30 Kilometer zum Job zu pendeln.

Über dieses Thema berichtete NDR 90,3 am 23. April 2019 um 13:00 Uhr.

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