Eine Frau arbeitet in einem Wohnzimmer an einem Laptop im Homeoffice. | Bildquelle: dpa

Studie der Hans-Böckler-Stiftung Viele Unternehmen erschweren Homeoffice

Stand: 05.12.2019 13:52 Uhr

Das Homeoffice hilft, Familie und Beruf zu vereinbaren. Eine Studie zeigt: Mehr Frauen als Männern wird das von ihrem Arbeitgeber verwehrt, obwohl es technisch möglich wäre. Empfohlen wird ein Recht auf Homeoffice.

Mehr Frauen als Männer können nicht von zu Hause arbeiten, weil ihre Arbeitgeber Homeoffice verbieten. Das geht aus einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Demnach gaben 22 Prozent der befragten Frauen an, sie arbeiteten nicht von zu Hause, weil es nicht erlaubt sei - und obwohl es technisch möglich sei. Bei den Männern trafen diese Aussage nur zwölf Prozent.

Großraumbüro | Bildquelle: ARD-aktuell / Weiss
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Viele arbeiten lieber im Büro, weil sie meinen, dass Homeoffice nicht zu ihrem Job passt.

Die meisten verzichteten allerdings aus eigenem Antrieb auf Homeoffice. Knapp 80 Prozent der Befragten waren der Meinung, die Arbeit von zu Hause passe nicht zu ihrem Job. Rund 70 Prozent gingen außerdem davon aus, dass die eigene Anwesenheit dem Chef wichtig sei. Karrierenachteile durchs Homeoffice befürchteten knapp sechs Prozent der Frauen und fünf Prozent der Männer.

Für die Studie haben Wissenschaftlerinnen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung und der Universität Bielefeld zusammengearbeitet. Dafür wurden Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ausgewertet. Rund 1800 Beschäftigte wurden dafür befragt, dabei konnten sie Mehrfachantworten geben.

Diskussion über Recht auf Homeoffice

Die Wissenschaftlerinnen forderten gesetzliche Unterstützung für Arbeitnehmer, die von zu Hause arbeiten möchten. Ein Recht auf Homeoffice würde vor allem Frauen helfen, erklärten sie. Denn häufig hänge es von der Unternehmenskultur ab, ob Beschäftigte das Homeoffice wählten. Wo Wert auf Familienfreundlichkeit und Flexibilität im Sinne der Beschäftigten gelegt werde, setzten sich die Mitarbeiter eher an den heimischen PC. Erschwert werde das hingegen in Firmen, in denen alle versuchten, den anderen ständig vorzuführen, wie hart sie arbeiteten.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwägt die Einführung eines gesetzlichen Anspruchs auf das Homeoffice, Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) lehnt das Vorhaben ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Dezember 2019 um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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