Investitionsplan der Netzbetreiber Neue Stromnetze kosten bis zu 28 Milliarden Euro

Stand: 01.03.2011 21:08 Uhr

Freileitungsmasten in Mecklenburg-Vorpommern | Bildquelle: picture-alliance/ ZB
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25 Länder haben auf dem europäischen Kontinent ihre Stromnetze miteinander verbunden. Jedes verpflichtet sich, eine bestimmte Menge einzuspeisen.

Der Ausbau der europäischen Stromnetze wird in den kommenden Jahren viel Geld verschlingen. Bis 2020 sollten 35.300 Kilometer neue Übertragungsleitungen verlegt und 6900 Kilometer des bestehenden Netzes erneuert werden, schlug der Zusammenschluss von 42 Übertragungsnetzbetreibern (ENTSO-E) vor. Im Auftrag der Europäischen Kommission erstellten sie einen Zehn-Jahres-Plan, der keine bindende Wirkung hat, aber die Grundlage für die Investitionspläne der Staaten bildet. ENTSO-E beziffert allein in den ersten fünf Jahren die Kosten des Netzausbaus von zunächst 18.700 Kilometern auf 23 bis 28 Milliarden Euro.

Anbindung erneuerbarer Energien

Zu den wichtigsten Investitionsbereichen zählt dem Plan zufolge die Anbindung der erneuerbaren Energien in Nordeuropa an die bestehenden Netze. Dabei geht es insbesondere um die Windparks in der Nordsee und Wasserkraftanlagen in Skandinavien. 9600 Kilometer und damit mehr als ein Viertel der europaweit vorgesehenen neuen Leitungen sollen vor diesem Hintergrund Seekabel sein.

Großen Bedarf für zusätzliche Investitionen sieht ENTSO-E auch bei der Anbindung von Wind- und Sonnenenergieanlagen in Südeuropa sowie bei grenzüberschreitenden Leitungen in Südosteuropa. Ein weiterer Schwerpunkt des Netzausbaus betrifft den Anschluss der baltischen Staaten an die Leitungen der restlichen EU-Länder. Auch die Erneuerung der Netze in wichtigen Ballungsräumen mehrerer EU-Mitgliedsstaaten, darunter in Spanien, Frankreich, Polen, Ungarn und der Slowakei, spielt in den Plänen eine wichtige Rolle.

Mehr Versorgungssicherheit

Die Milliardeninvestitionen sollen dabei helfen, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und den internen Energiemarkt der Europäischen Union durch neue Übertragungswege voranzubringen. Auch die Versorgungssicherheit der 525 Millionen Bürger in den beteiligten 34 Staaten - darunter alle 27 EU-Länder - soll sich verbessern. Derzeit hat das Übertragungsnetzwerk der ENTSO-E eine Länge von rund 300.000 Kilometern.

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