Hand mit Ladekabel und Smartphone | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

Preiserhöhung zum Jahreswechsel Strom wird wieder teurer

Stand: 29.12.2019 10:53 Uhr

Viele werden die Ankündigung der Bundesregierung noch im Ohr haben, dass im Rahmen des Klimapakets der Strompreis sinken soll - allerdings gilt das erst ab 2021. Zum Jahreswechsel müssen viele Haushalte erst einmal wieder mehr zahlen.

Zum Jahreswechsel wird für Millionen deutsche Haushalte der Strom teurer. Nach Angaben des Vergleichs- und Vermittlungsportals Verivox haben 506 der 820 örtlichen Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich sechs Prozent angekündigt. Damit müsse ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden mit Mehrkosten von durchschnittlich 71 Euro pro Jahr rechnen.

Die Preiserhöhungen der Grundversorger fallen je nach Bundesland unterschiedlich aus. Während in Berlin und Hamburg nach Verivox-Auswertungen bislang keine Erhöhungen angekündigt sind, steigen die Preise in den Flächenländern im Durchschnitt zwischen 4,2 Prozent in Schleswig-Holstein und 6,6 Prozent in Hessen sowie dem Saarland und Bremen. In den bevölkerungsreichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern beträgt das Plus demnach 6,2 Prozent beziehungsweise 5,5 Prozent.

Auch alternative Anbieter erhöhen Preise

Diese Angaben betreffen Haushalte, die Strom in einem Grundversorgungstarif beziehen. Laut Bundesnetzagentur sind das etwa 27 Prozent aller Privathaushalte in Deutschland. Strom in der Grundversorgung ist in der Regel der teuerste Tarif. Die Grundversorger sind verpflichtet, Preiserhöhungen zu veröffentlichen. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 sind von den Preiserhöhungen rund 3,9 Millionen Haushalte betroffen, die Strom aus der Grundversorgung beziehen.

Aber auch bei alternativen Anbietern ziehen nach Angaben des Portals die Preise an, wenn auch auf niedrigerem Niveau als in der Grundversorgung. Im Dezember zahlten Haushalte demnach bei alternativen Anbietern durchschnittlich zwölf Prozent weniger als in der Grundversorgung.

EEG-Umlage und Netzgebühren steigen

Als Grund für die Preissteigerungen gaben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, steigt zum Jahreswechsel um rund fünf Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises aus. Auch die Gebühren für die Stromnetze, auf die ein weiteres knappes Viertel des Gesamtpreises entfällt, steigen - allerdings regional unterschiedlich. Die Mehrheit der Netzbetreiber in Deutschland hat Verivox zufolge Erhöhungen von rund sechs Prozent angekündigt.

Dabei kaufen die Versorger den Strom nach Beobachtungen der Vergleichsportale derzeit viel günstiger ein als noch Anfang 2019. Laut Check24 sind die Großhandelspreise zwischen Januar und Dezember 2019 um rund 32 Prozent gesunken. Gleichzeitig rechnet Verivox damit, dass 2020 im Jahresverlauf weitere Preiserhöhungen folgen werden.

Entlastung kommt erst 2021

Haushaltsstrom ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nirgends in Europa so teuer wie in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2019 habe bei einem Jahresverbrauch zwischen 2500 und 5000 Kilowattstunden der Preis pro Kilowattstunde 30,88 Cent betragen. Das war gut ein Cent mehr als im 1. Halbjahr 2018.

Die Bundesregierung will die Bürger als Ausgleich für steigende CO2-Preise ab dem Jahr 2021 unter anderem beim Strom entlasten. Dazu soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms deutlich gesenkt werden. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet das nach Berechnungen der Regierung eine Entlastung von 63 Euro im Jahr 2021 und von 103 Euro 2025 bei einem dann höheren CO2-Preis und Mehreinnahmen des Staates.

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