Reisende sitzen in der Kabine einer Maschine der Lufthansa auf dem Flug von Mumbai nach München (Archivfoto vom 20.10.2012). | Bildquelle: picture alliance / dpa

24-Stunden-Streik Lufthansa ohne Bordverpflegung

Stand: 18.12.2019 16:14 Uhr

Wegen eines Streiks bei der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs am Donnerstag müssen zahlreiche Lufthansa-Passagiere ohne Bordverpflegung auskommen. Flugausfälle will die Airline vermeiden.

Aufgerufen zu dem 24-Stunden-Streik hat die Gewerkschaft ver.di. Bestreikt werden ab 0:00 Uhr die beiden Großküchen der Lufthansa-Tochter LSG Sky Chefs in Frankfurt am Main und München. Insgesamt sei davon auszugehen, dass es zu Ausfällen und Verspätungen kommen werde, sagte ver.di.

Dem widersprach die Lufthansa. Man wolle trotz der Arbeitsniederlegungen das volle Programm fliegen, sagte ein Unternehmenssprecher. Allerdings könne deshalb auf innerdeutschen und Europa-Flügen voraussichtlich bis einschließlich Samstag keine Bordverpflegung angeboten werden. Auf der Langstrecke ab Frankfurt und München würden die Passagiere mit einem reduzierten Angebot aus vorbereiteten Verpflegungsboxen versorgt. Auf Flügen nach Deutschland gebe es hingegen das normale Angebot, weil an den ausländischen Flughäfen nicht gestreikt werde.

Container von LSG Sky Chefs stehen an einer Boeing 747-8i der Lufthansa an einem Gate am Frankfurter Flughafen.
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Container von LSG Sky Chefs stehen an einer Boeing 747 der Lufthansa an einem Gate am Frankfurter Flughafen.

Caterer soll verkauft werden

Hintergrund für den Streik ist der bereits beschlossene Verkauf des Europageschäfts der Cateringtochter LSG Sky Chefs an den Schweizer Weltmarktführer Gategroup. Ver.di verlangt hier tarifliche Absicherungen für die betroffenen Mitarbeiter. "Wir fordern die LSG auf, das Einkommen der rund 7000 Beschäftigten tarifvertraglich abzusichern", sagte ver.di-Verhandlungsführerin Katharina Wesenick.

Bis heute sei das Versprechen des Vorstands, für die Beschäftigten soziale Verantwortung zu übernehmen, nicht eingelöst. "Soziale Verantwortung bedeutet, den Beschäftigten die Existenzängste zu nehmen und Rechtssicherheit herzustellen." In den vergangenen Wochen hatte ver.di mehrfach Warnstreiks bei der LSG abgeblasen, um weiter mit der Lufthansa zu verhandeln. Das blieb bislang ohne Ergebnis.

Es geht auch um verbilligte Flugtickets

Ver.di wollte für die Beschäftigten in Deutschland Altersteilzeitmodelle und langjährige Gehaltsgarantien durchsetzen. Ein Streitpunkt waren auch stark verbilligte Flugtickets, von denen bislang LSG-Beschäftigte profitieren konnten. Unter dem neuen Eigentümer Gategroup erwartet die Gewerkschaft Sparmaßnahmen und niedrigere Gehälter.

Insgesamt sind bei der LSG weltweit etwa 35.500 Menschen beschäftigt. In den nun verkauften Unternehmensteilen inklusive einiger Spezialaktivitäten arbeiten nach Lufthansa-Angaben etwa 7100 Mitarbeiter.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Dezember 2019 um 16:00 Uhr.

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