Zwei Gebäudereiniger putzen in 27 Meter Höhe das gläserne Dach des World Trade Centers in Dresden | Bildquelle: dpa

Bundesweiter Streik Gebäudereiniger wollen Weihnachtsgeld

Stand: 19.11.2018 08:31 Uhr

In vielen Flughäfen, Krankenhäusern und Schulen könnte es heute dreckig bleiben. 600.000 Gebäudereiniger sind bundesweit zum Streik aufgerufen. Sie fordern ein Weihnachtsgeld, was die Arbeitgeber bisher ablehnen.

In der Gebäudereiniger-Branche haben in der Nacht bundesweite Warnstreiks begonnen. Die Beschäftigten fordern - bisher erfolglos - ein Weihnachtsgeld. Laut der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind rund 600.000 Arbeitnehmer aufgerufen, an dem Arbeitskampf teilzunehmen. Bundesweit sollen Flughäfen, Krankenhäuser, Verwaltungen, Industriestandorte und Schulen bestreikt werden.

Gebäudereiniger bekommen bislang kein Weihnachtsgeld. Die Gewerkschaft verlangt eine zusätzliche Zahlung von rund der Hälfte eines Monatslohns, bei längerer Betriebszugehörigkeit soll es bis zu 70 Prozent geben. Die vielen Teilzeitbeschäftigten sollten in gleicher Weise nach ihrer tatsächlichen Arbeitszeit beteiligt werden.

"Reichtümer scheffeln sie nun wirklich nicht"

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hatte die Forderung zuletzt abgelehnt. Dabei verwiesen die Arbeitgeber auf bereits vereinbarte Lohnerhöhungen, die im Laufe des Jahres 2020 zu gleicher Bezahlung in den Tarifgebieten West und Ost führten. Daneben sei wirtschaftlich kein Spielraum für ein 13. Monatsgehalt, hieß es.

"Die Beschäftigten in der Gebäudereinigung sind sauer. Sie wollen endlich die Anerkennung, die sie sich verdient haben und nicht länger als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden. Die meisten arbeiten in der untersten Lohngruppe. Sie arbeiten zuverlässig und hart. Reichtümer scheffeln sie dabei nun wirklich nicht", sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux.

Das Einstiegsgehalt in der Branche beginnt bei 1500 Euro brutto. Allerdings verdienen die Beschäftigten je nach Tätigkeit und Ort unterschiedlich viel.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2018 um 08:00 Uhr.

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