Fahnen mit dem Logo der Firma Bayer | Bildquelle: AFP

Krebserkrankung durch Glyphosat Bayer muss Kläger 80 Millionen zahlen

Stand: 28.03.2019 14:29 Uhr

Schwerer Schlag für den Bayer-Konzern: Eine US-Jury hat einem Mann in Kalifornien wegen dessen Krebserkrankung nach der Nutzung des Unkrautvernichters Glyphosat rund 80 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen.

Bayer hat in einem wegweisenden US-Prozess um das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat erneut eine herbe Niederlage erlitten. Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemie-Konzern wurde zu Schadenersatz in Höhe von rund 80 Millionen Dollar verurteilt. Die Geschworenen in San Francisco befanden, dass das glyphosathaltige Mittel "Roundup", das der Kläger Edwin Hardeman jahrelang benutzt hatte, für die Entstehung von dessen Krebserkrankung verantwortlich sei.

Bayer teilte mit, Rechtsmittel einzulegen. Das Urteil in diesem Verfahren habe keinen Einfluss auf zukünftige Fälle - jedes zukünftige Verfahren sei gesondert zu betrachten auf der Basis der jeweiligen Umstände und rechtlichen Bedingungen.

In den USA sieht sich der Konzern mit mehr als 11.200 Klägern wegen Glyphosat konfrontiert. Insgesamt sind für dieses Jahr derzeit sieben Verfahren zur Verhandlung angesetzt.

"Erheblicher Faktor" bei Krebserkrankung

Die Jury war in einer ersten Phase des Prozesses in der vergangenen Woche einstimmig zu der Überzeugung gelangt, dass "Roundup" der Bayer-Tochter Monsanto einen "erheblichen Faktor" bei der Entstehung der Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman ausgemacht habe. Damit ging der Prozess vor den gleichen Geschworenen in eine zweite Phase, in der es um die Frage der Verantwortlichkeit des Konzerns und um eventuelle Schadenersatzansprüche ging.

Der Fall des Kaliforniers Hardeman gilt als sogenannter "Bellwether Trial" - einer von mehreren repräsentativen Fällen, die bei Produkthaftungsklagen in den USA genutzt werden, um etwa die Schadensspanne und Möglichkeiten für einen Vergleich zu bestimmen. Er könnte die Richtung für mehr als 760 weitere bei dem Gericht in San Francisco anhängige Verfahren vorgeben.

Der an Krebs erkrankte Kläger Edwin Hardeman, rechts, mit seiner Ehefrau Mary Hardeman, Mitte. | Bildquelle: AFP
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Der an Krebs erkrankte Kläger Edwin Hardeman, rechts. Sein Fall könnte die Richtung für mehr als 760 weitere anhängige Verfahren vorgeben.

Bayer bestreitet Vorwürfe gegen Glyphosat

Im vergangenen August hatte ein kalifornisches Geschworenengericht den Konzern zur Zahlung von 289 Millionen Dollar Schadenersatz an einen an Krebs erkrankten Mann verurteilt. Später wurde die Summe zwar auf 78 Millionen Dollar reduziert, doch Glyphosat wurde immer noch für die Krebserkrankung des Mannes verantwortlich gemacht.

Bayer legte dagegen Berufung ein. Bayer hatte den Glyphosat-Entwickler Monsanto im vergangenen Sommer für 63 Milliarden Dollar übernommen. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe gegen Glyphosat und verweist darauf, dass Zulassungsbehörden weltweit den Unkrautvernichter bei sachgemäßer Anwendung als sicher bewerteten.

Bayer-Tochter Monsanto muss in Glyphosat-Prozess 80 Millionen Dollar zahlen
Nicole Markwald, ARD Los Angeles
28.03.2019 07:03 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 28. März 2019 die tagesschau um 02:28 Uhr und Deutschlandfunk um 05:40 Uhr.

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