Stahlarbeiter | Bildquelle: dpa

Tarifeinigung in Stahlbranche Mehr Geld und Option auf freie Tage

Stand: 17.03.2019 07:51 Uhr

Die 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie bekommen mehr Geld: Arbeitgeber und IG Metall präsentierten einen neuen Tarifvertrag. Der sieht unter anderem ein in Freizeit umwandelbares Zusatzgehalt vor.

Im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie ist eine Einigung erzielt worden. Wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilte, wurde in einem nächtlichen Verhandlungsmarathon in Düsseldorf vereinbart, dass die Entgelte der 72.000 Beschäftigten ab März um 3,7 Prozent steigen. Für die Monate Januar und Februar gebe es eine Einmalzahlung von insgesamt 100 Euro. 

Bis zu fünf zusätzliche freie Tage

Ab 2020 sollen zudem alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1000 Euro bekommen, die dauerhaft zum 31. Juli ausgezahlt werde oder in arbeitsfreie Tage umgewandelt werden könne, hieß es weiter. Damit seien bis zu fünf zusätzliche freie Tage möglich. Die Zahl richte sich nach dem Gesamtumfang entsprechender Anträge in einem Betrieb. Wenn nicht alle gewünschten Tage realisiert werden könnten, werde der Gegenwert ausgezahlt.

Der Tarifvertrag läuft laut IG Metall bis zum 28. Februar 2021. Er sieht auch eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung in zwei Stufen in Höhe von 88 bis 188 Euro vor.

Schwieriger, aber vertretbarer Kompromiss

IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler | Bildquelle: dpa
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IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Beide Seiten werteten die Einigung als schwierigen, aber vertretbaren Kompromiss. "Wir haben in den letzten drei Monaten und auch in den letzten 16 Stunden hart miteinander gerungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen", betonte IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler.

"Diese Tarifrunde war außergewöhnlich komplex und wurde dementsprechend intensiv geführt. Insbesondere die Forderung nach einem in Freizeit umwandelbaren Zusatzentgelt hat uns vor eine Zerreißprobe gestellt", erklärte Christian Büttner, Geschäftsführer im Arbeitgeberverband Stahl.

Die Gewerkschaft war mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Lohn und einer zusätzlichen Urlaubsvergütung von 1800 Euro in die Verhandlungen für die 72.000 Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen, Bremen und Niedersachsen gegangen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, waren die Beschäftigte im Februar in einen Warnstreik getreten. Die Arbeitgeber hatten eine Erhöhung von 2,5 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. März 2019 um 09:00 Uhr.

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