Ein Zapfhahn an einer Tankstelle mit der Aufschrift Diesel | FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shu

EU-weite Spritpreise Diesel-Preisanstieg in Deutschland am höchsten

Stand: 08.05.2022 11:09 Uhr

Die Preise für den Liter Diesel sind in vielen Ländern der Europäischen Union seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine gestiegen. Nirgendwo war der Anstieg allerdings stärker als in Deutschland.

Nirgendwo in der Europäischen Union (EU) ist seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine der Preis für den Liter Diesel stärker gestiegen als in Deutschland. Das geht aus Daten der EU-Kommission hervor, die das Statische Bundesamt auf eine Anfrage der Linken im Bundestag übermittelt hat und aus denen die Funke-Mediengruppe zitiert.

Dieselpreis legt um 38 Cent seit Kriegsbeginn zu

Laut des Berichts verteuerte sich der Liter Diesel in Deutschland im Zeitraum vom 21. Februar und damit drei Tage vor Kriegsbeginn bis zum 25. April von 1,66 Euro pro Liter auf 2,04 Euro pro Liter um 38 Cent. Nur in Schweden und Lettland legte der Preis in diesem Zeitraum ebenfalls um 38 Cent zu.

In Frankreich verteuerte sich der Liter Diesel um 17 Cent, in Italien um fünf Cent. Mit Blick auf die Entwicklung seit Jahresbeginn hat sich der Preis für den Liter Diesel zwischen dem 3. Januar und dem 25. April in Deutschland um 47 Cent verteuert. 

Der Liter Super 95 verteuerte sich in Deutschland seit Kriegsbeginn um 23 Cent, nur in Österreich fiel der Preisanstieg mit 24 Cent noch höher aus. In Ungarn hingegen ging der Preis sogar um 6 Cent im Vergleichszeitraum zurück, in Italien sogar um 8 Cent.

Bartsch: Ölkonzerne nutzen Situation "schamlos" aus

Der Co-Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, forderte angesichts der Entwicklung Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf, gegen die "Preistreiberei der Mineralölkonzerne" vorzugehen. Die Bundesregierung müsse "die Mitnahmementalität der Ölkonzerne stoppen, die die aktuelle Situation schamlos ausnutzen um die Taschen ihrer Aktionäre zu füllen", sagte Bartsch den Funke-Zeitungen.

Die von der Ampel-Koalition geplante Reduzierung der Energiesteuer für drei Monate bezeichnete er als nicht ausreichend. Vielmehr müsse die Energiesteuer ausgesetzt werden, "solange die Preise auf inakzeptabel hohem Niveau liegen".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 08. April 2022 um 13:28 Uhr.