Das Logo von Huawei an einer weißen Hauswand, an der schemenhaft eine Frau vorbeiläuft, die auf ihr Handy blickt. | AFP

Huawei Konzern mit zweifelhaftem Image

Stand: 18.03.2019 14:29 Uhr

Viele Staaten haben bereits gehandelt: Huawei-Bauteile dürfen beim 5G-Netzausbau nicht verwendet werden. Auch in Deutschland wird diskutiert, denn das chinesische Unternehmen ist höchst umstritten.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Der Huawei-Konzern ist das Technologie-Vorzeigeunternehmen Chinas. Die Firma ist nach Samsung und noch vor Apple der zweitgrößte Smartphone-Hersteller der Welt und außerdem der größte Produzent von Netzwerk-Technik-Komponenten.

Steffen Wurzel ARD-Studio Shanghai

Hier werden viele Computerexperten, aber auch westliche Geheimdienste misstrauisch: Sie warnen vor möglicher Spionage oder Sabotage durch Huawei. Das Unternehmen könnte geheime Software- oder Hardware-Hintertürchen in die Netzwerktechnik einbauen, so der Vorwurf.

Völliger Unsinn sei das, sagen sowohl das Unternehmen selbst als auch die chinesische Regierung. Geng Shuang, Sprecher der Staats- und Parteiführung, sagt: "Die USA nutzen schon seit einiger Zeit ihren Einfluss aus, um gewisse chinesische Firmen zu unterdrücken und zu verunglimpfen. Das sind höchst politische und manipulative Absichten."

Keine Beweise für Vorwürfe

Tatsächlich gibt es keine Beweise für die Spionage-Vorwürfe. Huawei betont auch immer wieder, als Privatunternehmen unabhängig von der Pekinger Staats- und Parteiführung zu sein.

Huawei-Kritiker überzeugt das nicht: Weil China kein Rechtsstaat ist, könnten theoretisch alle Firmen irgendwann gezwungen sein, mit staatlichen Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten. Tatsächlich hat der chinesische Staat entsprechende Cybersicherheitsgesetze in den vergangenen Jahren verschärft. Seitdem müssen chinesische Online-Konzerne in einigen Bereichen bereits jetzt Nutzerdaten im Zweifel an den Staat rausrücken.

"Grundsätzliches politisches Problem"

Douglas Fuller, Experte für chinesische Technologie-Firmen an der Hongkonger City University, sagt:

Es geht hier nicht nur allgemein um Rechtsstaatlichkeit. Das Ganze ist ein grundsätzliches politisches Problem. China ist nach wie vor ein leninistisch organisierter Einparteien-Staat. Insofern hat die Regierung verschiedene Möglichkeiten, ihren Willen auch in privaten Unternehmen durchzusetzen.

Während die Diskussion um Huawei in Deutschland erst seit kurzem geführt wird, haben andere Staaten schon längst gehandelt. In Australien, Neuseeland und den USA etwa dürfen Huawei-Bauteile beim Aufbau des neuen 5G-Internetstandards nicht verwendet werden. Auch in Japan, Kanada, Großbritannien und Norwegen könnten entsprechende Verbote kommen.

Über dieses Thema berichtete WDR5 Profit am 06. Februar 2019 um 18:04 Uhr.