EZB-Ankündigung zeigt offenbar Wirkung Spanien und Italien können günstiger Geld leihen

Stand: 28.08.2012 12:57 Uhr

Spanien hat sich erneut Milliarden-Summen geliehen und konnte Investoren mit deutlich niedrigeren Renditen ködern als zuletzt. Das hoch verschuldete Land verkaufte Geldmarktpapiere und sammelte dabei rund 3,6 Milliarden Euro ein. Geplant war eine Spanne von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro.

Euro-Münze vor Länder-Silhouette Spaniens
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Spanien steckt in der Krise, nun konnte sich das Land immerhin wieder Geld günstiger leihen.

Bei der Auktion von Bonds mit drei Monaten Laufzeit fiel die durchschnittliche Rendite von 2,43 Prozent im Juli kräftig auf nun 0,946. Die Rendite bei Sechs-Monats-Papieren sank auf 2,026 Prozent von 3,69 Prozent.

Spanien hatte bereits wegen seiner angeschlagenen Banken Finanzhilfen beantragt. Die Euro-Partner stellten dafür ein Paket über 100 Milliarden Euro in Aussicht. Dennoch gilt das Land als Ganzes weiter als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm. Denn Spaniens Wirtschaft steckt tief in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt sank die vergangenen drei Quartale in Folge. Im Frühjahr gab es ein Minus von 0,4 Prozent zum Jahresbeginn, wie das nationale Statistikamt nach endgültigen Berechnungen mitteilte. Dies ist auch ein Ergebnis der harschen Sparpolitik, mit der die Regierung in Madrid das Vertrauen der Finanzmärkte zurückgewinnen will.

Italien akquiriert drei Milliarden Euro

Auch Italien konnte sich deutlich günstiger refinanzieren. Die Rendite lag bei einer Auktion von Nullzinsanleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren bei 3,064 Prozent, teilte die italienische Schuldenagentur in Rom mit. Bei der letzten vergleichbaren Auktion am 26. Juli wurde der Zuschlag bei einer Rendite von 4,86 Prozent erteilt. Mit der Auktion nahm Italien 3,0 Milliarden Euro auf und erreichte damit das anvisierte Maximalziel.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, hatte Anfang August angekündigt, kurzlaufende Staatstitel von Ländern wie Italien und Spanien aufkaufen zu wollen. Die Einzelheiten will die EZB erst noch ausarbeiten.

Leichter Anstieg bei Einlagen in Griechenland

In Griechenland haben Verbraucher und Unternehmen erstmals seit einigen Monaten wieder mehr Geld bei griechischen Banken angelegt. Ihre Einlagen erhöhten sich im Juli um rund zwei Prozent auf 159,4 Milliarden Euro, wie aus den Daten der EZB hervorgeht. Das ist aber immer noch ein Drittel unter dem Niveau von Ende 2009.

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