Während des Generalstreiks in Spanien kommt es in Bilbao zu Auseinandersetzungen der Protestierenden mit der Polizei.

Gewaltsame Proteste in Spanien Ein Generalstreik gegen Rajoys Reform

Stand: 29.03.2012 17:34 Uhr

Mit einem Generalstreik haben Zehntausende Spanier gegen die Arbeitsmarktreformen der konservativen Regierung protestiert. Der Aufruf der Gewerkschaften zu einer 24-stündigen Arbeitsniederlegung wurde nach Angaben der Regierung vor allem in der Autoindustrie befolgt. Die Gewerkschaft UGT erklärte, praktisch alle Arbeiter in den Werken von Renault, Volkswagen, SEAT und Ford hätten schon in der Nacht die Arbeit niedergelegt.

Während des Generalstreiks in Spanien kommt es in Bilbao zu Auseinandersetzungen der Protestierenden mit der Polizei.

Wut gegen die Arbeitsmarktreform: Polizisten versuchen, die Protestierenden im Zaum zu halten.

Ausfälle bei Bahnen, Flügen, Zeitungen und TV

Betroffen waren auch weitere Fabriken, Häfen, Großmärkte, einige Fernsehsender sowie der öffentliche Nahverkehr. Bei der Eisenbahn, bei U-Bahnen und Buslinien sowie im Flugverkehr wurden Mindestdienste aufrechterhalten. Die Zeitungen erschienen mit reduzierten Ausgaben und wurden stellenweise verspätet oder gar nicht ausgeliefert. Dagegen waren die meisten Gaststätten, Geschäfte und Banken geöffnet.

Neben den Arbeitsniederlegungen kam es in den ersten Stunden des Generalstreiks zu einer Reihe gewaltsamer Zwischenfälle. Bei Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Streikposten wurden nach Angaben des Innenministeriums neun Menschen verletzt, darunter sechs Beamte. Die Polizei registrierte am Morgen landesweit 58 Festnahmen. In Barcelona errichteten Streikende Barrikaden auf mehreren Zufahrtsstraßen und setzten Autoreifen in Brand.

Entlassungen erleichtert, Abfindungen gesenkt

Die großen Gewerkschaftsverbände CCOO (Arbeiterkommissionen) und UGT (Allgemeine Arbeiter-Union) wollten mit dem landesweiten Generalstreik gegen eine Arbeitsmarktreform der Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy protestieren. Die Reform hatte den Unternehmen die Entlassung von Mitarbeitern erleichtert und die Abfindungssummen gesenkt.

Brennende Reifen als Protest gegen die Arbeitsmarktreform in Spanien.

Brennende Reifen als Zeichen des Protestes in Barcelona.

Die erst seit Dezember amtierende konservative Regierung kündigte an, sie werde ungeachtet der Proteste an ihrem Sparkurs festhalten. Die Reformen seien nötig, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft anzukurbeln. "Die Frage ist nicht, ob sich an dem Streik viele oder wenige beteiligen, sondern ob wir aus der Krise kommen", sagte Finanzminister Cristóbal Montoro. Der überarbeitete Haushalt der Regierung sieht weitere Einsparungen in Milliardenhöhe vor.

Höchste Arbeitslosigkeit in der Eurozone

Die Arbeitsniederlegung ist der siebte Generalstreik in Spanien seit dem Ende der Franco-Diktatur. Die Arbeitslosigkeit liegt bei fast 23 Prozent - dem höchsten Wert in der Eurozone. Unter jungen Menschen beträgt sie fast 50 Prozent. Die Wirtschaftsleistung dürfte Prognosen zufolge in diesem Jahr um 1,7 Prozent schrumpfen.

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KOMMENTARE

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Michel D. 29.03.2012 • 18:12 Uhr

Frage mal.........

...wie haben den alle vor der EU und der Globalisierung gelebt? Ich persönlich (62) sage mal besser. Man konnte seine Familie ernähren, ansparen, mal Möbel, Waschmaschine, oder ein Auto kaufen, vielleicht auch mal Urlaub machen und vieles mehr. Dieses Geld wurde erarbeitet und der Wirtschaft ging es auch gut. Kredite gab es auch für Autos oder größere Anschaffungen. Sind aber zurückgezahlt worden weil man mit seiner Arbeit auch entsprechend verdient hatte. Ja, es ging uns gut und es gab auch schon immer Menschen die nicht arbeiten wollten, allerdings ist das nur der geringste Teil. Von Lebenskünstlern,ewigen Studenten und anderen mal abgesehen. In Spanien, Grichenland oder sonstwo in unseren Nachbarländern ging es den Menschen auch ganz gut. Gerne machte man Urlaub in Griechenland, Spanien u.s.w.. Mal erinnern. Und nun, ist jeder von uns Schuld das es jetzt anders ist. Oder könnten das auch nur die Gierigen sein?