Spanische Flagge

Drittes Quartalsminus in Folge Spaniens Rezession wird immer gravierender

Stand: 30.07.2012 12:04 Uhr

Der drastische Sparkurs der Regierung und die Massenarbeitslosigkeit drücken Spanien tiefer in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im zweiten Quartal um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Das teilte das spanische Statistikamt mit. Schon in den beiden Vorquartalen hatte es ein Minus von jeweils 0,3 Prozent gegeben.

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Spaniens Wirtschaft kommt laut IWF-Schätzungen erst 2014 aus der Rezession.

Im Jahresvergleich wird die Verschärfung der Krise noch deutlicher: Demnach fiel die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um ein Prozent, nach minus 0,4 Prozent im ersten Vierteljahr.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die viertgrößte Volkswirtschaft des Euroraums in diesem Jahr insgesamt um 1,7 Prozent schrumpfen und erst 2014 wieder auf Wachstumskurs gehen wird.

Binnennachfrage bricht weiter ein

Nach Feststellung der Notenbank leidet Spaniens Wirtschaft vor allem unter einer stark nachlassenden Binnennachfrage: Sie schrumpfte nach Angaben aus der vorigen Woche innerhalb eines Quartals um 1,2 (Vorquartal: minus 0,5) Prozent. Nur wegen des wachsenden Außenhandels schlage dies nicht voll auf die Wirtschaftsleistung durch.

Spanien gilt als eines der größten Sorgenkinder im Euroraum. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte indes am Wochenende versichert, dass das Land - über die bisher zugesagten 100 Milliarden Euro zur Sanierung der Banken hinaus - keine neuen Hilfen brauche.

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KOMMENTARE

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Wischmop 30.07.2012 • 20:08 Uhr

Vorhin im Radio gehört

"Spanien ist auf einem guten Weg, die Sparmaßnahmen werden gut wirken" Werden Nachrichten jetzt wirklich schon von den Politikern freigegeben? Wie können zwei so unterschiedliche Analysen im Umlauf sein, und das innerhalb von Stunden?