Spanische Fahne vor Bankia-Gebäude

Kapitalflucht wegen Bankenkrise Anleger ziehen ihr Geld aus Spanien ab

Stand: 31.07.2012 17:16 Uhr

Die Anleger haben das Vertrauen in die spanischen Banken verloren: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres zogen Anleger insgesamt 163 Milliarden Euro aus dem krisengeschüttelten EU-Land ab.

Spanische Fahne vor Bankia-Gebäude

Die spanischen Banken müssen nun auch eine Kapitalflucht bewältigen.

Der von der Zentralbank in Madrid veröffentlichte Wert ist der höchste seit Beginn der Statistiken im Jahr 1990. Die Summe entspricht 16 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Im Mai 41,3 Milliarden Euro aus Spanien abgezogen

Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Land noch einen Kapitalzufluss von 14,6 Milliarden Euro verzeichnet. Allein im Mai wurden laut der Zentralbank 41,3 Milliarden Euro aus Spanien in andere Staaten transferiert. Im Mai war die Krise um die marode Großbank Bankia ausgebrochen, die vom Staat zur Sanierung ihrer Bilanzen 24,5 Milliarden Euro benötigt.

Furcht vor Verlusten beschleunigt Kapitalflucht

Vor allem spanische Banken legten ihre Gelder vermehrt im Ausland an. Aber auch ausländische Kreditinstitute und Anleger verringerten ihre Engagements. Als Ursache für die Kapitalflucht gelten die Furcht vor Verlusten angesichts der schweren Rezession und nicht enden wollenden Schuldenkrise. Das Bruttoinlandsprodukt der viertgrößten Euro-Volkswirtschaft war im zweiten Quartal um 0,4 Prozent geschrumpft. Bereits Ende 2011 und Anfang 2012 war die Wirtschaftsleistung um jeweils 0,3 Prozent gesunken. Die Regierung hat beim vorläufigen Euro-Rettungsschirm EFSF Hilfen von bis zu 100 Milliarden Euro für den maroden Bankensektor bewilligt bekommen.

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KOMMENTARE

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Wanderer 31.07.2012 • 23:44 Uhr

Solche Mengen an Geld soll

Solche Mengen an Geld soll der "KLEIN"-Anleger haben??? Genau genommen sind es die institutionellen Anleger, die ihr Fell ins Trockene holen: Hedgefonds, Investmentbanken und Versicherungen. Bei Letzteren haben die Kleinanleger ihre mickrigen Ersparnisse in Form von Altersvorsorgen und Lebensversicherungen "angelegt", ohne zu wissen, dass es in solchen Ländern verheizt wird. Und das, was jetzt abgezogen wird, sind eh nur die Gewinne, denn der Verlust bekommt der "Kleinanleger" in den den nächsten Monaten von seinem "Versicherer" mitgeteilt. Und statt einer mickrigen 0,1% "Tobin"-/Kapitalumsatzsteuer, wie sie zurzeit diskutiert wird, wären 19% Mwst. das probateste Mittel gegen diesen Irrsinn (der Kleinanleger zahlt diese nämlich schon heute in Form der Versicherungssteuer). Aber an dieser Stelle sind wir ja wieder beim Thema Klientel-Politik...