Siemens-Chef Joe Kaeser

Mehr Gewinn China-Geschäft gibt Siemens Schub

Stand: 22.01.2021 10:43 Uhr

Beim Münchner Technologiekonzern Siemens läuft das Geschäft in der Corona-Krise deutlich besser als erwartet. Starkes Wachstum kommt derzeit vor allem aus dem chinesischen Markt.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser kann sich Anfang Februar mitten in der Corona-Krise voraussichtlich mit einem unerwarteten Gewinnzuwachs verabschieden. Vor allem die Kern-Sparten Industrie-Automatisierung und Infrastruktur haben ihren operativen Gewinn im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres deutlich gesteigert.

Im Kerngeschäft habe Siemens sogar von den Beschränkungen in der Corona-Pandemie profitiert, weil man sich Reisekosten und Marketingaufwand sparte, teilte das Unternehmen mit. Zudem habe Siemens ein unerwartet starkes Wachstum in China erzielt. Dort sei das Geschäft signifikant gewachsen, heißt es dazu. Die Zug-Sparte Mobility hielt ihr Ergebnisniveau zwischen Oktober und Dezember trotz der Krise.

 

Prognose wird überdacht

Die soliden Zahlen führen dazu, dass das Management derzeit die Prognose überdenkt. Siemens werde den Ausblick für das Geschäftsjahr 2020/21 bis zum 3. Februar überprüfen, hieß es. Bislang geht der Konzern von einem moderat steigenden vergleichbaren Umsatz sowie einen moderat zunehmenden Gewinn nach Steuern aus. Solche Aussichten werden von den Anlegern geschätzt. Siemens-Papiere reagierten mit einem deutlichen Kurssprung.

Joe Kaeser und Roland Busch (Archivbild) | REUTERS

Joe Kaeser und Roland Busch. Bild: REUTERS

Auf der Hauptversammlung Anfang Februar wird sich Siemens Vorstandschef Joe Kaeser nach mehr als sieben Jahren an der Konzern-Spitze verabschieden. Operativ hat sein Nachfolger Roland Busch schon seit Oktober das alleinige Sagen. Dann wird der Konzern auch konsolidierte Zahlen - einschließlich der börsennotierten Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers - präsentieren.

"Erheblich besser"

Wenn Siemens Healthineers im ersten Quartal nicht hinter den Analystenerwartungen zurückbleibt, winkt Siemens im Industriegeschäft ein operatives Ergebnis von mehr als zwei Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal waren es noch 1,53 Milliarden Euro. Der Umsatz blieb verglichen mit dem Vorjahr nahezu stabil bei 13 Milliarden.  

Analysten reagierten ebenfalls positiv auf das Zahlenwerk. Goldman Sachs erhöhte das Kursziel auf 145 Euro. Von Jefferies hieß es, im Segment Digital Industries sei die Profitabilität beeindruckend hoch gewesen. Höhere Ziele des Industriekonzerns für das gesamte Geschäftsjahr seien nun "sehr realistisch".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Januar 2021 um 12:00 Uhr.