Sigmar Gabriel in einem Alstom-Zug (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Posten im Verwaltungsrat Siemens hat einen Job für Gabriel

Stand: 16.05.2018 10:28 Uhr

Als Bundeswirtschaftsminister hatte sich Gabriel für den Zusammenschluss von Siemens und Alstom stark gemacht: Nun soll er in den Verwaltungsrat des geplanten Konzerns berufen werden.

Der frühere Bundeswirtschafts- und Außenminister Sigmar Gabriel soll Teil des geplanten deutsch-französischen Bahnbauers Siemens Alstom werden. Siemens will den SPD-Politiker als unabhängiges Mitglied in den Verwaltungsrat des Konzerns berufen. Gabriel selbst hatte sich 2014 als Chef des Bundeswirtschaftsministeriums für einen Zusammenschluss der Unternehmen eingesetzt. Er sah in der möglichen Fusion "gute Chancen" für die beiden Nachbarstaaten Deutschland und Frankreich.

Ein TGV und eine ICE auf der Rheinbrücke in Kehl (Archiv) | Bildquelle: dpa
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Siemens und Alstom wollen sich mit ihrer Fusion gegen die chinesische Konkurrenz wappnen.

Rein rechnerisch könnte Gabriel den Posten erst ab kommenden März besetzen - diesen Zeitraum sehen die Regelungen zur Karenzzeit vor, die Gabriel für den Wechsel von seinem politischen Amt hin zur Tätigkeit für ein Wirtschaftsunternehmen einhalten müsste. Er werde sich "selbstverständlich strikt an die gesetzlichen Vorgaben halten", versicherte Gabriel. Er habe die Bundesregierung bereits umfassend über seine mögliche Berufung in den Verwaltungsrat informiert.

Aktionäre müssen noch zustimmen

Noch ist die Verschmelzung der Hersteller des deutschen ICE und des französischen TGV nicht unter Dach und Fach. Die Kartellbehörden müssen der Fusion noch zustimmen. Siemens und Alstom setzen darauf, dass der Zusammenschluss bis Ende des Jahres abgesegnet wird. Sollte die Fusion genehmigt werden wäre der neue Konzern dem Volumen nach der zweitgrößte Bahnbauer weltweit und Nummer Eins bei der Herstellung von Signaltechnik für den Zugverkehr. Siemens und Alstom kämen gemeinsam auf weltweit mehr als 62.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von rund 15 Milliarden Euro.

Auch die Besetzung des gemeinsamen Verwaltungsrats, der aus insgesamt elf Mitgliedern bestehen soll, muss von den Aktionären beider Unternehmen noch abgesegnet werden. Die Alstom-Aktionäre haben bereits zugestimmt. Siemens soll sechs der Mitglieder des Rates stellen, auch den Vorsitzenden des Gremiums. Dieser Posten soll an den Technikvorstand des Münchner Industriekonzerns, Roland Busch, gehen. Neben Busch sollen drei weitere Siemens-Manager dem Verwaltungsrat von Siemens Alstom angehören, unter ihnen Finanzvorstand Ralf Thomas und Personalchefin Janina Kugel.

China die Stirn bieten

Mit dem Zusammenschluss wollen sich beide Betriebe vor allem gegen die wachsende Konkurrenz aus China wappnen. Die Volksrepublik hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 in allen Schlüsseltechnologien mit dem Westen aufzuschließen. Größter Konkurrent für Siemens und Alstom ist der Zug-Hersteller CRRC. Auch nach der Fusion wäre das chinesische Unternehmen doppelt so groß wie der neue Siemens-Alstom-Konzern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Mai 2018 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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