iemensmitarbeiter aus Görlitz demonstrieren gegen einen geplanten Stellenabbau.  | Bildquelle: dpa

Kürzungen bei Siemens Görlitz bleibt - die Unsicherheit auch

Stand: 08.05.2018 11:46 Uhr

Siemens will weltweit Tausende Jobs streichen. Auch mehrere Standorte in Deutschland stehen auf der Kippe. Zumindest das Werk in Görlitz gibt es nun Entwarnung - ein Stellenabbau droht aber weiterhin.

Siemens hat den Konflikt um den Abbau Tausender Stellen in der angeschlagenen Kraftwerkssparte entschärft. Personalchefin Janina Kugel einigte sich nach monatelangen Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall grundsätzlich darauf, wie die Kürzungen umgesetzt werden sollen: Die Schließung des Turbinenwerks im ostsächsischen Görlitz ist vom Tisch.

Für Leipzig prüft der Konzern nun auch einen möglichen Verkauf. Das Geschäft am Standort Offenbach, wo Beschäftigte Kraftwerke planen und bauen, soll wie geplant mit Erlangen gebündelt werden. Dadurch werde Offenbach "perspektivisch aufgegeben", ein Teil der Mitarbeiter solle jedoch weiter im Rhein-Main-Gebiet bleiben, teilte der Konzern mit.

"Dreistelliger Millionenbetrag"

Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland letztlich wegfallen, soll nun bis Ende September im Detail ausverhandelt werden. Siemens will mit den Kürzungen einen "großen dreistelligen Millionenbetrag" einsparen, wie Kugel sagte. Daran werde auch nicht gerüttelt.

Im November hatte Siemens den Abbau von 6900 Arbeitsplätzen weltweit angekündigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Die Sparte Power & Gas, die vor allem große Turbinen für Gas- und Dampfkraftwerke herstellt, ist von der Energiewende massiv betroffen. Denn der Trend geht zu erneuerbaren Energien und kleineren, dezentralen Kraftwerken. Die Pläne hatten massive Proteste bei Arbeitnehmern hervorgerufen, auch aus der Politik wurde Siemens scharf kritisiert.

Tausende Stellen will Siemens weltweit streichen.
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Tausende Stellen will Siemens weltweit streichen.

Für IG-Metall "akzeptables Ergebnis"

Die IG Metall hatte einen Erhalt aller deutschen Standorte und einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen gefordert, um überhaupt in konkrete Verhandlungen einzusteigen. Das sieht sie nun als erfüllt an. IG-Metall-Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, der auch im Siemens-Aufsichtsrat sitzt, sprach von einem "für beide Seiten akzeptablen Ergebnis".

Kündigungen seien damit bei Siemens weiterhin ausgeschlossen, stellte die Gewerkschaft fest. Darauf wollte sich die Personalchefin zwar nicht festlegen. Man habe aber darüber gesprochen, was passieren müsse, wenn sich der Stellenabbau nicht über Abfindungen, Altersteilzeit oder andere freiwillige Lösungen bewerkstelligen lasse. "Wenn es kreative Lösungen gibt, dann gehen wir das mit."

Erst gestern hatte Siemens vorübergehende Betriebsschließungen in seiner kriselnden Energiesparte angekündigt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Mai 2018 um 12:00 Uhr.

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