Eine Filiale der Drogeriekette Schlecker XLin Ehingen (Alb-Donau-Kreis)

Insolvente Drogeriemarktkette Gläubiger besiegeln Aus für Schlecker XL

Stand: 28.06.2012 19:02 Uhr

Die Gläubiger der Drogeriemarkt-Kette Schlecker haben auch das Aus für die 350 großen Schlecker-XL-Märkte beschlossen. Damit verlieren weitere 1110 Mitarbeiter des insolventen Unternehmens ihren Arbeitsplatz, wie Insolvenzverwalter Werner Schneider mitteilte.

"Nicht kalkulierbares Risiko"

Er hatte versucht, Schlecker XL zusammen mit den "IhrPlatz"-Drogeriemärkten zu verkaufen, die ebenfalls zu Schlecker gehörten. Schneider begründete die Entscheidung mit dem "viel zu großen und nicht kalkulierbaren Risiko", das mögliche Investoren wegen einer Welle von Kündigungsschutzklagen bei Schlecker gesehen hätten. Die Kündigungen würden bis Mitte Juli versandt.

Eine Filiale der Drogeriekette Schlecker XLin Ehingen (Alb-Donau-Kreis)

Eine Filiale der Drogeriekette Schlecker XL in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) - eine von deutschlandweit 350 Filiale.

Mini-Hoffnung für IhrPlatz

Schneider hatte für die Schlecker-XL-Märkte, die einst als Zukunftsmodell gedacht waren, sowie für IhrPlatz mit der Münchener Beteiligungsfirma Dubag bereits einen Käufer gefunden, doch der Großgläubiger, der Kreditversicherer Euler Hermes, stellte sich quer. "Für IhrPlatz besteht noch teilweise Hoffnung", hieß es in der Mitteilung. Die Gespräche mit einem Investor für IhrPlatz würden am Montag fortgesetzt.

Am Mittwoch waren die rund 2800 verbliebenen regulären Schlecker-Filialen mit etwa 13.200 Mitarbeitern in Deutschland endgültig geschlossen worden.