Der Eingangsbereich des Hauptsitzes der Schaeffler AG. (Oktober 2015) | Bildquelle: dpa

Auto-Zulieferer in der Krise Schaeffler baut 4400 Jobs ab

Stand: 09.09.2020 20:04 Uhr

Die Autobranche steckt in der Krise. Insbesondere Zulieferer brauchen Unterstützung, hieß es beim Autogipfel. Nun hat Schaeffler zusätzliche Sparmaßnahmen angekündigt. Es geht um 4400 Arbeitsplätze.

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler baut in den kommenden anderthalb Jahren 4400 Arbeitsplätze ab. Betroffen sind zwölf Standorte in Deutschland sowie zwei weitere Niederlassungen im Ausland. Damit will Schaeffler bis zu 300 Mio. Euro jährlich sparen.

Das Unternehmen begründete den Schritt mit schlechten Markt- und Umsatzerwartungen für die kommenden fünf Jahre, die auf eine nur langsame Erholung hindeuteten. Die Corona-Pandemie habe das Unternehmen hart getroffen.

Schaeffler befindet sich schon seit September 2018 in einem Restrukturierungsprogramm. Im Rahmen dessen verkaufte das Unternehmen bereits drei Standorte und baute rund 8000 Jobs ab. Erst im Mai hatte Schaeffler das Sparprogramm mit Verweis auf die Pandemie verschärft und für rund 2000 Arbeitsplätze freiwillige gesucht, die ihre Jobs aufgeben wollten. Auch die jetzt zur Disposition stehenden Arbeitsplätze sollen sozialverträglich abgebaut werden, teilte das Unternehmen mit.

Auto-Zulieferer in der Krise

Der auf dem Autogipfel diskutierte Strukturfonds für die Branche kommt für Schaeffler nicht in Frage. Das Unternehmen bereitet derzeit eine Kapitalerhöhung vor, die dem Unternehmen über eine Milliarde Euro zur Finanzierung des Umbaus in die Kassen spülen könnte.

Die Autozulieferbranche kämpfte schon vor der Corona-Pandemie mit den Folgen des Strukturwandels in der Branche. Mit dem Umbau zur Elektromobilität sind viele Vorprodukte der Zulieferer künftig überflüssig. Auch bei anderen großen Zuliefererunternehmen wie etwa Bosch, ZF Friedrichshafen sowie Continental laufen seit langem Sparprogramme. Zuletzt hatte die Continental AG, beim dem die Schaeffler Holding Hauptaktionär ist, angekündigt, ebenfalls die Sparpläne zu verschärfen und 6000 zusätzliche Stellen zu streichen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. September 2020 um 17:00 Uhr.

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