SAS-Maschinen | Bildquelle: dpa

500 Flüge fallen aus SAS-Piloten streiken hartnäckig

Stand: 30.04.2019 17:53 Uhr

Wegen des Ausstands der SAS-Piloten fallen auch am Mittwoch wieder mehr als 500 Flüge aus. Etwa 47.000 Menschen müssen sich nach alternativen Transportmöglichkeiten umsehen.

Die Airline SAS muss erneut Hunderte Flüge streichen. Für Mittwoch wurden 504 Starts in ganz Skandinavien gestrichen, wie SAS mitteilte. Betroffen seien rund 47.000 Fluggäste.

Seit dem Scheitern der Verhandlungen am vergangenen Freitag sind damit mehr als 3300 Flüge ausgefallen. Darunter waren auch Verbindungen nach Deutschland. SAS bedauere die Probleme für ihre Kunden sehr und versuche, den Konflikt mit den Pilotengewerkschaften schnellstmöglich zu lösen, erklärte SAS-Chef Rickard Gustafson. Bisher hätten die Gewerkschaften noch keine Bereitschaft gezeigt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir stecken fest", sagte er.

Wartende Passagiere vor dem SAS-Service-Schalter in Oslo | Bildquelle: AP
galerie

Wartende Passagiere vor dem SAS-Service-Schalter in Oslo

13 Prozent mehr Gehalt gefordert

Die Schlichtungsgespräche mit den Pilotengewerkschaften, die rund 1500 Piloten in Norwegen, Schweden und Dänemark vertreten, waren am Freitag ohne Einigung abgebrochen worden. Daraufhin legten die Piloten ihre Arbeit nieder. Sie fordern 13 Prozent mehr Lohn und eine bessere Planbarkeit ihrer Arbeitszeiten. Das bisherige Durchschnittsgehalt liegt bei umgerechnet 8800 Euro pro Monat.

SAS führt an, die Forderungen würden erhebliche Kostensteigerungen für die Fluglinie nach sich ziehen, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und damit die Arbeitsplätze aller SAS-Mitarbeiter gefährdeten.

"Dramatische Situation"

Die norwegische Tochter SAS Norge kündigte bereits an, das Arbeitsverhältnis mit etwa 1000 Beschäftigten, darunter 930 Mitgliedern des Kabinenpersonals, vorübergehend ruhen zu lassen. Laut der Zeitung "Aftenposten" erhalten sie damit in den kommenden Tagen auch kein Gehalt von SAS. Sprecher Knut Morten Johansen sagte dem Sender NRK, Grund sei die "belastende und dramatische Situation für das Unternehmen".

Der Streik treffe die Passagiere in einem Maße, "das wir in der neueren Zeit noch nicht gesehen haben", sagte Johansen. Reisende könnten bis einschließlich 5. Mai ihre Flugtickets kostenlos umtauschen oder stornieren.

SAS beschäftigte 2018 insgesamt 10.100 Menschen, davon etwa 2700 in Norwegen. Die norwegische Kabinengewerkschaft Parat unterstützt den Pilotenstreik, wie Gewerkschaftschefin Anneli Nyberg gegenüber "Aftenposten" sagte. Die freigestellten Mitarbeiter werden demnach zunächst von der Gewerkschaft bezahlt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. April 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: