Frankreichs Präsident Sarkozy

Pläne für die doppelte Präsidentschaft Sarkozy will Spekulanten mit Steuer abschrecken

Stand: 24.01.2011 15:34 Uhr

Der französische Präsident Sarkozy will die Präsidentschaft seines Landes in der Gruppe der G 8 und G 20 nutzen, um die Schwankungen im Währungssystem und auf Rohstoffmärkten einzudämmen. Sarkozy kündigte auch an, dass er sich für eine Steuer auf Finanztransaktionen einsetzen will.

Von Johannes Duchrow, WDR-Hörfunkstudio Paris

Frankreichs Präsident Sarkozy
galerie

Nicolas Sarkozy hat sich für die Doppelpräsidentschaft einiges vorgenommen.

Es war die dritte Pressekonferenz überhaupt in den vier Regierungsjahren von Präsident Nicolas Sarkozy. Vom Elysée-Palast wurde sie als "Zeremonie" angekündigt - vielleicht, weil auch alle in Frankreich akkreditierten Botschafter dabei waren. Als Präsident der beiden Wirtschaftsbündnisse G 8 und G 20 hatte Sarkozy diese ungewöhnliche Zusammenlegung zweier Neujahresveranstaltungen gewählt, um seine Ziele für die kommenden elf Monate zu skizzieren.

Sarkozy hatte bereits mehrfach angekündigt: Nach der Weltwirtschaftskrise müssten die internationalen Geld- und Devisenströme kontrolliert werden. Heute wurde er konkreter. "Frankreich befürwortet eine Finanztransaktionssteuer. Frankreich hält sie für moralisch - wenn man sich die Finanzkrise vor Augen hält. Sie ist sinnvoll, um Spekulanten abzuschrecken. Und sie ist sinnvoll, um neue Geldquellen für die Entwicklung zu erschließen", erklärte Sarkozy. Geldströme, die von Banken und Fonds per Computer um die Welt geschickt werden, sollten besteuert werden, so Sarkozys Vorschlag.

Sarkozy holt seine Kollegen ins Boot

Nicolas Sarkozy will die G-20- und G-8-Präsidentschaft nicht alleine stemmen. Er stellt sich eine kollektive Führung vor und hat deshalb Bundeskanzlerin Angela Merkel, den russischen Präsidenten Dimitri Medwedjew und den britischen Premierminister David Cameron eingeladen, jeweils eine Themengruppe mit zu leiten. Mit der Bundeskanzlerin will Sarkozy die Wechselkursmechanismen neu austarieren. Neben einem klaren Bekenntnis zum Dollar als Weltwährung müssten die alten Industriestaaten aber auch akzeptieren, dass mit den neuen Wirtschaftsmächten wie Brasilien oder China auch neue Währungen weltweit eine Rolle spielen würden.

"Lösungen finden, auch wenn es dauert"

Konkret auf den Streit zwischen USA und China angesprochen, strahlte Sarkozy Zuversicht aus. Das Problem sei lösbar. "Ich bin trotz aller Schwierigkeiten überzeugt, dass, wenn wir anfangen darüber zu reden, am Ende auch eine Reihe von Lösungen anbieten müssen, selbst wenn das lange dauern wird", sagte der Präsident. Denn nicht nur die französische Öffentlichkeit verfolge sehr genau, was im G-20-Bündnis passiere. "Wenn die G-20-Staaten ein rechtmäßiges Bündnis bleiben wollen, muss es effizient bleiben."

Sarkozy betonte, dass er sich hinter den Beschlüssen der Finanz-Krisenkonferenzen in London und Washington hätte verschanzen können. Das wäre weniger risikoreich für ihn, aber für die Welt eine Katastrophe.

Sarkozy will Schwankungen im Währungssystem und auf Rohstoffmärkten eindämmen
tagesschau, 20:00 Uhr, 24.01.2011, Michael Strempel, ARD Paris

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Darstellung: