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Geschäft zum Jahresende SAP schafft wieder mehr Gewinn

Stand: 15.01.2021 10:52 Uhr

Deutschlands größter Tech-Konzern SAP geriet 2020 wegen der Corona-Pandemie in Turbulenzen - zuletzt lief es wieder besser. Die Prognose für das bereits laufende Geschäftsjahr ist gleichwohl zurückhaltend.   

Wegen der Corona-Krise blickt der Software-Konzern SAP auf ein turbulentes Jahr zurück. Im Jahr 2020 musste der Walldorfer DAX-Konzern die Jahresprognose zweimal kappen und auch die mittelfristigen Ziele an den Nagel hängen. Daraufhin rutschte die Aktie so stark ab wie zuletzt 1999.

Angesichts rückläufiger Softwarelizenzerlöse fiel der Konzernumsatz im vierten Quartal von Oktober bis Dezember um zwei Prozent auf 7,54 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg dagegen um drei Prozent auf 2,77 Milliarden Euro. Das Schlussquartal ist für SAP besonders wichtig, da in dem Zeitraum traditionell viele Aufträge abgeschlossen werden.

Im Vorjahresquartal waren noch hohe Ausgaben für Aktienboni angefallen. Auch im laufenden Jahr werden die sinkenden Einnahmen aus dem Traditionsgeschäft mit Softwarelizenzen das Umsatzwachstum deckeln.

Sparen hat sich gelohnt

Immerhin erreicht SAP auf Jahressicht die eigenen Erwartungen. Das bereinigte Betriebsergebnis kletterte leicht auf 8,28 Milliarden Euro. Hintergrund ist, das SAP Kostendisziplin walten lässt und auch durch weniger Geschäftsreisen, geringere Gebäudekosten und den Umstieg auf virtuelle Veranstaltungen spart.

Die Prognose für 2021 ist aber zurückhaltend. SAP wird auch im laufenden Jahr der andauernden Corona-Krise und dem beschleunigten Wandel zum Cloud-Anbieter Tribut zollen. Das bereinigte Betriebsergebnis könne um bis zu sechs Prozent zurückgehen, kündigte Europas wertvollster Technologiekonzern unter Berufung auf vorläufige Zahlen an. Mindestens wird mit einem Minus von einem Prozent gerechnet.

Alles in die Cloud

Das Management geht davon aus, dass die Corona-Krise langsam abklingt und sich im Gegenzug die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte "allmählich verbessert". Vorstandschef Christian Klein will die Krise nutzen, um SAP nun vollständig zu einem Cloud-Anbieter zu machen.

SAP CEO Christian Klein |

Vorstandschef Christian Klein nutzt die Krise, um SAP vollständig zu einem Cloud-Anbieter zu machen.

Bei dem Wandel macht der Oracle-Konkurrent Fortschritte aus und sprach davon, im Cloudgeschäft sei es trotz neuer Lockdowns gelungen, "einen eindrucksvollen Schlusspunkt für das Jahr zu setzen". Die Clouderlöse stiegen im abgelaufenen Quartal währungsbereinigt um 13 Prozent. Insgesamt sollten die Resultate die Sorgen der Anleger mildern, dass SAP im Cloudgeschäft womöglich mehr Gegenwind spüre als die Konkurrenz, schrieb Analyst Andrew DeGasperi von der Berenberg Bank.

Wie die US-Rivalen Salesforce, Workday oder Oracle setzt SAP immer stärker auf den Verkauf von flexibleren Web-Abos, die in der Regel monatlich bezahlt werden und nicht einmalig, was Umsätze prognostizierbarer macht. Der Anteil der besser planbaren Erlöse an den gesamten Umsatzerlösen stieg im vierten Quartal um rund vier Prozentpunkte auf rund 65 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Januar 2021 um 06:38 Uhr.