Facebook-Vizechefin Sheryl Sandberg | Bildquelle: AFP

Sheryl Sandberg Facebooks Nummer 2 unter Druck

Stand: 30.11.2018 08:15 Uhr

Ist Facebook eine Bedrohung? Das jedenfalls sagte US-Milliardär Soros beim Davos-Treffen. Daraufhin engagierte das Netzwerk eine umstrittene PR-Agentur. Vizechefin Sandberg soll davon gewusst haben.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Sheryl Sandberg - nach CEO Mark Zuckerberg die Nummer 2 bei Facebook - gerät erneut unter Druck. Die "New York Times" berichtet, Sandberg sei direkt eingebunden gewesen, als es um den Einsatz einer umstrittenen PR-Agentur ging. Diese sollte auch auf den Multimilliardär George Soros angesetzt werden.

Soros hatte Facebook und Google bei einer Rede vor dem Weltwirtschaftsforum im Januar in Davos als Bedrohung unserer Gesellschaft bezeichnet und gefordert, die beiden Unternehmen gesetzlich zu regulieren.

US-Milliardär George Soros | Bildquelle: REUTERS
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Facebook soll einen Negativkampagne gegen George Soros gestartet haben.

Soros' Ruf sollte angegriffen werden

Die "New York Times" berichtet nun, Sandberg habe ihre Mitarbeiter beauftragt, herauszufinden, weshalb Soros die Tech-Unternehmen angegriffen habe und ob er daraus einen finanziellen Vorteil erzielen wollte. Kurze Zeit später heuerte das soziale Netzwerk dann eine Washingtoner PR-Agentur an, die auf Negativkampagnen spezialisiert ist. Die Agentur Definers soll negative Informationen über Soros unter Journalisten verbreitet haben.

Bislang hatte der scheidende Facebook-Kommunikationschef Elliot Schrage die Verantwortung für den Skandal übernommen. Sandberg erklärte zuerst, sie habe vom Einsatz der umstrittenen PR-Agentur nichts gewusst - später räumte sie dann aber ein, doch davon mitbekommen zu haben.

Das soziale Netzwerk steht seit Monaten wegen seines Umgang mit Nutzerdaten in der Kritik. In Europa hat Facebook im letzten halben Jahr rund zwei Millionen Nutzer verloren.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 30. November 2018 um 08:36 Uhr.

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