Ein Arbeiter der Saarstahl AG in Völklingen steht vor einem glühenden Stahlblock. | Bildquelle: dpa

Krise der Stahlbranche Saarland bittet Merkel um Hilfe

Stand: 03.10.2019 16:26 Uhr

Es kriselt in der Stahlbranche des Saarlands - und darum will dessen Ministerpräsident Hans nun den Bund in die Pflicht nehmen. Per Brief an die Kanzlerin warb er um finanzielle Hilfe.

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans um finanzielle Hilfe für die Stahlindustrie seines Bundeslandes gebeten. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Aus Sicht des CDU-Politikers drohe die Stahlproduktion aus dem Saarland in andere Länder mit geringerem ökologischen und sozialen Standards abzuwandern. Die Produktion von sauberen und innovativen Stahlprodukten "Made in Germany" müsse jedoch erhalten werden. Das sei eine "Schlüsselfrage der wirtschaftlichen Stabilität".

Konzerne haben laut Hans Stellenabbau angekündigt

Als Beispiele führte Hans die beiden Unternehmen "Dillinger Hütte" und "Saarstahl" an: Beide Konzerne hätten einen umfassenden Personalabbau von bis zu 20 Prozent der Beschäftigten für die kommenden drei Jahre angekündigt.

Die neuen Auflagen für Klimaschutz und Energie würden Firmen zusätzlich belasten, warnte Hans. Erst in der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung ihr Klimapaket abgesegnet, dass unter anderem eine Bepreisung für CO2-Ausstoß vorsieht.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans spricht auf den CDU-Landesparteitag im Oktober 2018. | Bildquelle: dpa
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Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans sieht die Stahlbranche im eigenen Bundesland gefährdet.

Ähnliche Hilfe wie für Kohle-Regionen

Hans warb in seinem Brief dafür, die Stahlbranche ähnlich wie die Energiewirtschaft zu unterstützen und münzte damit auf den geplanten Kohleausstieg und die finanziellen Hilfen, die den Bundesländern zugesichert wurden, deren Wirtschaft durch den Ausstieg besonders betroffen ist. Bis 2038 sollen in Deutschland alle Kohlekraftwerke abgeschaltet sein - bis dahin verspricht der Bund Hilfen in Höhe von 40 Milliarden Euro für die betroffenen Regionen.

Eine konkrete Forderung in Zahlen erhebt Hans in seinem Schreiben nicht, sagte jedoch:

"Wenn wir 40 Milliarden haben, um aus Klimaschutzgründen aus der Kohleverstromung auszusteigen, müssen wir auch einen Milliardenbetrag, der nicht zweistellig ist, aufbringen können, um unsere Stahlindustrie in eine klimaneutrale Zukunft zu führen."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Oktober 2019 um 20:00 Uhr.

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