Ryanair-Maschine in Eindhoven | Bildquelle: AFP

Ryanair-Streik Wütende Piloten - aber kein Chaos

Stand: 10.08.2018 15:27 Uhr

400 Flugausfälle, 55.000 betroffene Passagiere in Europa. Dennoch führt der Streik bei der Billigfluglinie Ryanair nicht zu Chaos. Die meisten Menschen wurden frühzeitig informiert. Verpufft der Streik?

Von Holger Beckmann, ARD-Studio Brüssel

Seit dem Morgen läuft der Streik der Ryanair-Piloten. Ihre Wut ist den Kapitänen und Offizieren anzumerken, wenn sie sich vor Kameras oder Mikrofonen äußern. Offensichtlich hat sich da einiges aufgestaut. Immer wieder ist die Rede von unzumutbaren Arbeitsbedingungen, von schlechter Bezahlung und auch von Schikane durch die Airline: "Wenn ein Mitarbeiter wegen eines geplatzten Trommelfells ausgefallen ist, was bei uns eine Berufskrankheit ist, dann ruft Dublin an und verlangt eine Erklärung", berichtet ein Pilot und sagt: "Wenn man krank geschrieben ist, muss man überhaupt nichts erklären."

Streik bei Ryanair: Piloten fordern bessere Arbeitsbedingungen
tagesthemen 22:00 Uhr, 10.08.2018, Jan-Peter Bartels, HR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Kaum Schlangen - Passagiere gut informiert

Der Ärger der Passagiere hält sich dagegen bislang weitgehend in Grenzen - die meisten Menschen haben von dem Streik schon in den vergangenen Tagen erfahren. Deshalb gibt es kaum jemanden, der vor den Ryanair-Schaltern steht, um festzustellen, dass der gebuchte Flug ausfällt.

Das ist aus Sicht europäischer Piloten-Gewerkschaften das einzig Positive, was man an diesem Streiktag über die Airline sagen könne: Dass sie zumindest ihre Passagiere früh genug in Kenntnis gesetzt habe. In Dublin, dem Sitz der Unternehmenszentrale, sieht man heute Vormittag, wie einige Dutzend Ryanair-Piloten schweigend vor dem Flughafen auf- und abgehen. Es ist ein stiller, aber deutlicher Protest.

Schwerpunkt Deutschland

Obwohl der heutige Streik seinen Schwerpunkt in Deutschland hat, gibt es Arbeitsniederlegungen der Flugzeugbesatzungen an diversen europäischen Flughäfen. Vor allem betroffen sind neben Irland auch Schweden, Belgien und die Niederlanden. Die Auswirkungen dort sind aber deutlich geringer - auch weil die Airline teilweise versucht hat, dem Arbeitskampf etwas entgegen zu setzen.

Am deutlichsten zeigt sich das in den Niederlanden: Dort finden nahezu alle Ryanair-Flüge von der wichtigsten Basis in Eindhoven planmäßig statt. Ein niederländisches Gericht hatte gestern zwar eine Klage der Unternehmensführung gegen den Pilotenstreik abgewiesen, es der Airline aber nicht untersagt, ersatzweise ausländische Piloten auf den Flugzeugen einzusetzen.

EU-Kommission fühlt sich nicht zuständig

Weil Ryanair einen Teil seiner europaweiten Flotte ohnehin nicht mit fest angestellten Flugzeugführern betreibt, konnte das Unternehmen hier offensichtlich kurzfristig Ersatz finden und umdisponieren. Möglicherweise, so die Einschätzung einer niederländische Piloten-Organisation, belege das die Strategie von Ryanair-Chef Michael O'Leary, künftig ohnehin mehr Personal aus anderen Staaten auch außerhalb von Europa zu beschäftigen, im Zweifel auch als Piloten. Eine Strategie der Führung, um die Kosten des Unternehmens niedrig zu halten.

Die EU-Kommission wies heute noch einmal darauf hin, dass sie den Ryanair-Arbeitskampf für eine Sache zwischen Unternehmensleitung und Beschäftigten hält, für den sie keine Zuständigkeit habe. In jedem Fall hält Ryanair daran fest, auch künftig die billigste der Billigairlines in Europa zu bleiben.

Streiks bei Ryanair
Holger Beckmann, ARD Brüssel
10.08.2018 15:02 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. August 2018 um 13:25 Uhr.

Darstellung: