Eine Maschine der irischen Fluggesellschaft Ryanair am Flughafen Frankfurt am Main. | dpa

Standorte in Deutschland betroffen Ryanair kündigt Stellenabbau an

Stand: 21.07.2020 18:08 Uhr

Ryanair hat angekündigt, in Deutschland Stellen streichen zu wollen. Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit zu Gehaltskürzungen waren zuvor gescheitert. Betroffen sei zunächst Frankfurt Hahn, weitere Standorte sollen folgen.

Der Billigflieger Ryanair will nach einem Streit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) über Gehaltskürzungen in der Corona-Krise in Deutschland Stellen streichen. Da die VC eine Vereinbarung dazu abgelehnt habe, sollten Standorte geschlossen werden, erklärte das Unternehmen in Dublin.

Für die Basis am Flughafen Hahn nahe Frankfurt gelte dies zum 1. November. Die in Hahn stationierten Piloten sollen noch in dieser Woche informiert werden. Vor dem Winter könnten auch die Stützpunkte in Berlin-Tegel und Düsseldorf zumachen. Weitere Cockpit-Beschäftigte in Frankfurt, Köln und Berlin sollen folgen.

Die Airline kommunizierte dies mit einer Information an die Piloten in Deutschland: "Wir müssen mit alternativen Maßnahmen zu Einsparungen weitermachen, die Schließung von Basen und Kündigungen bedeuten."

Piloten unzufrieden mit Krisenvereinbarung

Die VC hatte zuvor mitgeteilt, die bei der Ryanair-Tochter Malta Air beschäftigten Piloten aus Deutschland hätten nur zu 49,4 Prozent für eine Krisenvereinbarung gestimmt. Auch der Vorstand der Gewerkschaft betrachte diese als unzureichend. Sie sehe eine Beschäftigungssicherung nur bis März 2021 vor, während die Einschnitte bei der Bezahlung bis 2024 gelten sollten.

Bei der österreichischen Tochter Laudamotion stimmten die Gewerkschaften von Piloten und Flugbegleitern Einbußen nach anfänglichem Widerstand zu, nachdem Ryanair mit dem Ende des Standorts Wien samt seiner rund 300 Beschäftigten gedroht hatte.

Alle Fluggesellschaften sind vom Einbruch des Luftverkehrs durch die Pandemie hart getroffen und bauen derzeit massiv Arbeitsplätze ab.