Flugzeuge der Gesellschaft Ryanair stehen auf dem Rollfeld. | Bildquelle: REUTERS

Streiks angekündigt Ryanair streicht am Freitag 190 Flüge

Stand: 25.09.2018 18:33 Uhr

Der irische Billigflieger Ryanair will am Freitag 190 Flüge annullieren. Der Hintergrund: In sechs EU-Staaten streiken Flugbegleiter. Auch in Deutschland beginnen die Herbstferien am Flughafen mit Wartezeiten.

Für kommenden Freitag haben Flugbegleiter der irischen Fluggesellschaft Ryanair erneute Streiks angekündigt - in der Folge werden Flüge gestrichen: Wie die Airline mitteilte, sollen an diesem Tag 190 von insgesamt 2400 geplanten Flügen ausfallen.

Es habe Streikaufrufe in Spanien, Belgien, Holland, Portugal, Italien und Deutschland gegeben, hieß es in einer Erklärung. Die Firma entschuldigte sich darin im Voraus bei den etwa 30.000 betroffenen Passagieren. Diese seien per E-Mail oder SMS über den Ausfall ihrer Flüge benachrichtigt worden.

Ryanair bezeichnete die geplanten Streiks als "unnötig": Man habe mit den Flugbegleitern in Irland, Großbritannien, Portugal und Deutschland bereits eine Einigung erzielt und lade auch das Personal aus den anderen Standorten ein, entsprechende Verträge zu verhandeln.

Bessere Arbeitsbedingungen gefordert

Ob sich an dem Streik tatsächlich auch Kabinenpersonal aus Deutschland beteiligen wird, war zunächst unklar. "Wir haben gerade in Berlin die Verhandlungen mit Ryanair beendet und bewerten nun die Ergebnisse", sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi. Man wolle am Mittwoch das weitere Vorgehen mitteilen.

Seit vergangenem Jahr haben sich Flugbegleiter und Piloten der profitabelsten europäischen Fluggesellschaft wiederholt zu Streiks formiert, mit denen sie höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen fordern. Sie kritisieren unter anderem, dass Ryanair nicht das nationale Arbeitsrecht für seine jeweiligen Mitarbeiter anwendet, diese nicht fest anstellt und keine Lohnfortzahlung bei Ausfällen gewährleistet. Vergangene Woche hatten sich Ryanair-Piloten in Deutschland mit der Firma darauf geeinigt, dass sie künftig fest angestellt werden und die Kosten für ihre Ausbildung nicht mehr selbst tragen müssen.

Inzwischen stimmte Ryanair auch dem Abschluss eines Tarifvertrags für das Kabinenpersonal in Italien. Vereinbart wurden Lohnerhöhungen und Sozialleistungen ab Oktober nach italienischem Recht.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. September 2018 um 17:15 Uhr in den Nachrichten.

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