Ein Passagier erkundigt sich am Ryanair-Schalter.  | Bildquelle: JOSE COELHO/EPA-EFE/REX/Shutters

Ryanair in Italien Behörde stoppt Gebühr für Handgepäck

Stand: 01.11.2018 16:26 Uhr

Der Billigflieger Ryanair hat Ärger mit der italienischen Kartellbehörde. Die hat die neuen Extra-Gebühren für das Handgepäck gestoppt. Ryanair will nun in Berufung gehen.

Das italienische Kartellamt hatte die Billigflieger Ryanair und Wizz Air daran gehindert, eine von heute an geltende Gebühr für das Kabinengepäck einzuführen. Der irische Billigflieger Ryanair will trotz des Verbots in Italien an der Gebühr für das Kabinengepäck festhalten. Rynair werde "sofort" Berufung gegen die Verfügung der italienischen Wettbewerbsbehörde einlegen, kündigte eine Sprecherin in London an.

Ryanair und auch Wizz Air wollten von heute an nur noch ein kleines Handgepäckstück, das unter den Sitz passt, transportieren. Kunden in Italien beschwerten sich darüber bei der Wettbewerbsbehörde. Diese erklärte, Handgepäck sei ein "wesentlicher Bestandteil" des Luftverkehrs. Müsse der Reisende dafür extra zahlen, verzerre das nicht nur den realen Preis für die Flugreise, sondern führe den Verbraucher auch in die Irre.

Ryanair: Mehr Euro für mehr Sicherheit und Pünktlichkeit

Ryanair hatte die Gebühr für Kabinengepäck im August angekündigt. Sie beträgt sechs Euro bei der Buchung und acht Euro am Flughafen. Für acht beziehungsweise zehn Euro hat Ryanair eine neue Gepäckklasse eingeführt - für diesen Preis können Kunden ein Gepäckstück bis zehn Kilogramm aufgeben.

Die Airline hatte erklärt, sie wolle damit Verspätungen vermeiden, weil die vielen Kabinengepäckkoffer nicht in die Gepäckablage im Flugzeug passen und Ryanair einen Teil stets im Frachtraum unterbringen muss. Die Airline-Sprecherin sagte, eine Wettbewerbsbehörde sei nicht befugt, gegen eine Entscheidung für mehr Sicherheit und Pünktlichkeit vorzugehen. Die Preispolitik von Ryanair sei "transparent und kundenfreundlich".

Gericht verbietet Zwangsversetzung

Ärger mit den Behörden hat Ryanair auch in den Niederlanden. Dort stoppte ein Gericht die geplante Zwangsversetzung von 16 Piloten ins Ausland. Ryanair will den Standort Eindhoven schließen, angeblich aus Kostengründen. Die Piloten wie auch das Gericht sahen darin allerdings eher eine Strafaktion für vorangegangene Streiks. Auch hier will die Fluggesellschaft in die Berufung gehen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 01. November 2018 um 17:45 Uhr.

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