Ein Flugbegleiter von Ryanair geht durch vollbesetzte Reihen eines Flugzeugs. | Bildquelle: REUTERS

Nach Streiks Ryanair und ver.di verhandeln

Stand: 13.08.2018 12:08 Uhr

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beginnt am Mittwoch Tarifverhandlungen mit Ryanair. Ziel sei ein "existenzsicherndes Einkommen" für das Kabinenpersonal. Der irische Billigflieger steht unter Druck.

Nach dem Streik der Ryanair-Piloten in fünf europäischen Ländern geht es nun um die Belange der rund 1000 in Deutschland stationierten Flugbegleiter: Die Gewerkschaft ver.di nimmt nach eigenen Angaben an diesem Mittwoch Verhandlungen zu einem nationalen Tarifvertrag mit dem irischen Billigflieger auf.

Das Einkommen müsse endlich existenzsichernd und planbar werden, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. "Durch saisonale Schwankungen und fehlende Flugstundengarantie erhalten einige Vollzeitbeschäftigte monatlich lediglich rund 1000 Euro brutto." Das sei völlig inakzeptabel, so Behle. Ryanair müsse zudem deutsches Sozialrecht zu Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall anerkennen.

Ryanair-Maschine in Eindhoven | Bildquelle: AFP
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Ryanair müsse deutsches Sozialrecht zu Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall anerkennen, so ver.di.

Gegen Befristungen und Leiharbeit

Ver.di will zudem gegen Befristungen, Leiharbeit und kurzfristige Versetzungen angehen. Die in Deutschland mit ver.di konkurrierende Kabinengewerkschaft Ufo verhandelt parallel mit Ryanair, hat aber anders als ver.di bislang keine Anerkennungsvereinbarung unterzeichnet.

Nach deutschem Tarifrecht ist eine formale Anerkennung aber nicht zwingend nötig, um zu einem Tarifvertrag zu kommen. Beide Gewerkschaften stimmen sich mit Berufsorganisationen aus anderen Ländern in zwei getrennten Netzwerken auf europäischer Ebene ab.

Der irische Konzern, der sich jahrzehntelang Tarifgesprächen verweigerte, steht immer stärker unter Druck seiner Arbeitnehmer. Erst am Freitag hatte ein Streik der Piloten in Deutschland und mehreren anderen Ländern für rund 400 Flugausfälle gesorgt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2018 um 13:00 Uhr.

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