Umweltaktivistenlaufen in Richtung des Tagebaus Hambach | Bildquelle: dpa

Konflikt um Hambacher Forst RWE-Chef will mehr Unterstützung

Stand: 01.11.2018 08:17 Uhr

"Die Gesprächsbasis ist weg" - RWE-Chef Schmitz hat den BUND scharf kritisiert. Er forderte im Konflikt um den Hambacher Forst auch mehr Unterstützung durch die Bundesregierung in der Kohlekommission.

Der Chef des Energiekonzerns RWE, Rolf Martin Schmitz, wünscht sich nach eigenen Worten im Konflikt um den Hambacher Forst mehr Rückendeckung der Politik. Erst durch die Kohlekommission seien die geplanten Rodungen zu einem überregionalen Thema geworden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz | Bildquelle: dpa
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Umweltorganisationen setzten RWE-Chef Schmitz in der Kohlekommission unter Druck.

"Ich hätte mir von der Bundesregierung Unterstützung dahingehend erwartet, dass man die langfristig angelegte Arbeit der Kommission klar trennt von unseren kurzfristigen betrieblichen Vorgängen in Nordrhein-Westfalen", sagte er mit Blick auf die Kohlekommission, die im Auftrag der Bundesregierung den Kohleausstieg vorbereitet.

RWE will die Braunkohle unter dem bei Köln gelegenen Hambacher Forst abbaggern und dafür Wald roden. Dagegen gibt es heftigen Protest, auch mit Baumbesetzungen. Ein Gericht hat die Rodung vorerst gestoppt.

Ärger in der Kohlekommission

Klimaschützer in der Kohlekommission hatten den Ausstieg aus den Verhandlungen erwogen, wenn RWE nicht einlenkt. Schmitz sieht keine Gesprächsbasis mehr mit dem Umweltverband BUND. Ein von ihm geplanter gemeinsamer Aufruf gegen Gewalt sei zwei Mal abgelehnt worden, sagte er: "Da ist für mich die Gesprächsbasis weg, wenn man sich nicht mal mehr darüber verständigen kann, dass man gegen Gewalt ist." Der BUND sei keine politisch legitimierte Kraft.

Die Kohlekommission soll bis Ende dieses Jahres einen Plan für den deutschen Kohleausstieg vorlegen. Dabei geht es auch um den Strukturwandel in den Kohlerevieren und um Chancen für neue Jobs. Deutschland muss die Stromgewinnung aus Kohle beenden, um Verpflichtungen im Klimaschutz zu erfüllen. Derzeit gibt es Genehmigungen zum Kohleabbau bis weit in die 2040er-Jahre hinein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Oktober 2018 um 18:23 Uhr.

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