Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 1A6 (Archivbild vom 25.09.2017) | Bildquelle: dpa

Bundeswehr-Modernisierung Rüstungsindustrie hofft auf Großaufträge

Stand: 23.04.2018 17:27 Uhr

Hubschrauber, Transportflugzeuge, Kampfdrohnen - die Bundeswehr soll mit viel Geld modernisiert werden. Die deutsche Rüstungsindustrie hofft auf Großaufträge. Doch wird sie die auch bekommen?

Von Carsten Schabosky, WDR

Die Bedeutung der deutschen Rüstungsindustrie ist im Vergleich zu anderen Branchen eher gering. Nach Angaben des Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie gibt es dort nur gut 130.000 direkte Arbeitsplätze. Zum Vergleich: In der Automobilbranche arbeiten etwa 800.000 Menschen. Auch der Anteil der Rüstungsindustrie am gesamten Bruttoinlandsprodukt zeigt den geringen Stellenwert. 2015 waren es laut Statistischem Bundesamt nur 0,26 Prozent. Eine Schätzung der Hans-Böckler-Stiftung geht in die ähnliche Richtung. Demnach machen Rüstungsartikel nur etwa ein Prozent aller deutschen Exporte aus.

Standortpolitisch ist die Rüstungsindustrie trotzdem wichtig. Auch Deutschland will sich bei der Waffenproduktion im internationalen Vergleich nicht abhängen lassen.

Die Hauptverwaltung von Rheinmetall in Düsseldorf.
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In den deutschen Werken von Rheinmetall, KMW oder Heckler&Koch arbeiten 130.000 Menschen.

Deutsche Rüstungskonzerne

Die deutsche Rüstungsindustrie besteht vor allem aus sechs Unternehmen. Rheinmetall Defence aus Düsseldorf hat sich auf Panzer, Munition und Flugabwehrsysteme spezialisiert. Der Schwerpunkt von ThyssenKrupp Marine Systems ist der Bau von U-Booten und Kriegsschiffen. Krauss-Maffei Wegmann ist ein Unternehmen, das unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 baut.

Außerdem wichtig sind MTU Aero Engines. Das Unternehmen produziert den Motor für den Kampfjet Eurofighter. Diehl Defence ist ein Hersteller von Munition, Raketen und Ketten für Panzer. Und schließlich der Handwaffenspezialist Heckler&Koch. Die kleinste dieser Firmen hat einen Jahresumsatz von gut 200 Millionen Euro, die größte von knapp 2,5 Milliarden Euro.

Bundesverteidigungsministerium plant Milliarden-Investitionen für Rüstungsprojekte
tagesschau 20:00 Uhr, 23.04.2018, Oliver Köhr, ARD Berlin

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Ohne Exporte geht es nicht

Für den Rüstungsexperten Herbert Wulf, der früher am internationalen Friedensforschungsinstitut SIPRI gearbeitet hat und sich seit Jahrzehnten mit dem Thema beschäftigt, ist völlig klar: Die Kosten zum Beispiel für die Entwicklung neuer Systeme rechnet sich nur durch Exporte und durch eine ausreichende Auslastung von Standorten.

Sein Beispiel ist die HDW-Werft in Kiel, die zu ThyssenKrupp Marine Systems gehört: "Die Werft in Kiel ist ganz auf den U-Boot-Bau spezialisiert. Wenn man da die Exporte einschränken würde, wäre HDW in großen Schwierigkeiten. Denn die deutsche Marine kauft nicht genug U-Boote ein, dass damit allein die Werft ausgelastet werden könnte."

Von Kiel nach Haifa: Das in Deutschland gebaute israelische U-Boot "Rahav".
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Deutsche Werften liefern U-Boote unter anderem an Israel.

Exportkontrolle macht der Rüstungsindustrie Probleme

Über 20 EU-Staaten wollen in Zukunft eng im Verteidigungsbereich kooperieren und gemeinsam Rüstungsgüter einkaufen. Für den Bundesverband der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ist das eine positive Entwicklung. Die Branche sei ohne Europa nicht zukunftsfähig. Wenn allerdings Exporte weiter eingeschränkt würden, wäre das das Ende von gemeinsamen Rüstungsprojekten in Europa und die Industrie könne nicht europäisiert werden.

Boom von Rüstungsexporten

Noch nie wurden in Deutschland Rüstungsgeschäfte in so großem Umfang gemacht wie in den vergangenen vier Jahren. Der Rüstungsexportbericht 2017 wird laut zuständigem Bundeswirtschaftsministerium erst vor der parlamentarischen Sommerpause veröffentlicht. Aber es gibt bereits vorläufige Zahlen. Zwischen 2015 und 2017 genehmigte die alte schwarz-rote Bundesregierung demnach Waffenexporte im Wert von knapp 25 Milliarden Euro. Die Koalition aus Union und FDP kam auf ein Gesamtvolumen rund 21 Milliarden. Der größte Teil ging in Staaten, die nicht der EU oder der NATO angehören. Damit hätte die SPD ihre Ankündigung nicht eingehalten, eine besonders restriktive Rüstungspolitik zu verfolgen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. April 2018 um 18:00 Uhr.

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