Der Schriftzug der Rhön-Klinikum AG | Bildquelle: picture alliance / David-Wolfgan

Zustimmung vom Kartellamt Asklepios darf Rhön-Klinikum übernehmen

Stand: 26.05.2020 14:07 Uhr

Das Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen die Übernahme des Krankenhausbetreibers Rhön-Klinikum durch die Hamburger Asklepios-Gruppe. Doch noch gibt es Widerstand gegen den Zusammenschluss.

Die private Krankenhauskette Asklepios hat grünes Licht für die Übernahme des Wettbewerbers Rhön-Klinikum erhalten. Das Bundeskartellamt genehmigte den Zukauf. "Bei der überwiegenden Mehrheit der Klinikstandorte von Asklepios und Rhön gibt es keine räumlichen Überschneidungen", sagte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt.

Die Unternehmen stünden nur bei akutstationären Krankenhausdiensten in der Region Gießen/Marburg im Wettbewerb zueinander. Dort betreibt Rhön mit dem Universitätsklinikum Gießen und Marburg die einzige privat geführte, aus zwei staatlichen Universitätskliniken hervorgegangene Klinik. (Das Universitätsklinikum Wuppertal ist zwar ebenfalls privat geführt, allerdings gehört es zur Universität Witten/Herdecke, die ihrerseits privat und nicht staatlich ist.) Auch Asklepios ist in der Region mit mehreren Kliniken präsent.

Der Eingang des Röhn Klinikums Bad Neustadt an der Saale (Bayern) | Bildquelle: picture alliance/dpa
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Das Rhön-Klinikum Campus in Bad Neustadt: Asklepios will den unterfränkischen Krankenhausbetreiber komplett übernehmen.

Asklepios hatte im Februar mitgeteilt, sich mit Rhön-Gründer Eugen Münch auf eine Übernahme des unterfränkischen Krankenhausbetreibers geeinigt zu haben. Münch bleiben 16 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen mit Asklepios, in das die Rhön-Teile eingebracht werden. Den übrigen Rhön-Aktionären bietet Asklepios 18 Euro je Aktie, die Annahmefirst endet am 17. Juni. Asklepios hat sich bereits über 50 Prozent an Rhön gesichert. Der Offerte war ein jahrelanges Tauziehen um Rhön vorausgegangen.

Widerstand von Großaktionär

Die Übernahme wird nun vom Rhön-Großaktionär B. Braun, der gut 25 Prozent hält, torpediert. Er hatte die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung gefordert, ebenso wie daraufhin Asklepios. Diese findet wegen der Corona-Pandemie als virtuelle Veranstaltung am 3. Juni statt.

Asklepios betreibt nach Angaben des Bundeskartellamtes deutschlandweit 160 Gesundheitseinrichtungen, darunter neben Krankenhäusern auch medizinische Versorgungszentren und Rehakliniken. Asklepios ist hinter der Fresenius-Tochter Helios der zweitgrößte private Klinikbetreiber in Deutschland.

Rhön: Kliniken an fünf Standorten

Zu Rhön gehören Kliniken an insgesamt fünf Standorten, dazu gehören das Universitätsklinikum Gießen und Marburg, die Zentralklinik Bad Berka, das Klinikum Frankfurt (Oder) sowie das Rhön-Klinikum Campus in Bad Neustadt im Krankenhauswesen tätig.

Unter deutschen Kliniken gibt es wegen erheblicher Regulierung dem Bundeskartellamt zufolge kaum Preiswettbewerb. Deshalb komme es bei der wettbewerbsrechtlichen Prüfung vor allem auf den Erhalt der Vielfalt und Qualität für Patienten an. "In den vergangenen Jahren mussten trotz des fortschreitenden Konzentrationsprozesses im Krankenhausbereich nur sehr wenige Vorhaben vom Bundeskartellamt untersagt werden."

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