Weiche im Schienennetz der Bahn

Rheinjet unterhält Zugverbindungen Neuer Bahn-Anbieter im Fernverkehr

Stand: 31.08.2019 11:34 Uhr

Nach Flixtrain versucht sich ein weiterer Konkurrent im Fernverkehr auf der Schiene: Rheinjet will ab November alle zwei Wochen drei Metropolen anfahren. Die Deutsche Bahn reagierte gelassen.

Neue Konkurrenz für die Deutsche Bahn im Fernverkehr: Das Unternehmen Rheinjet will ab November eine Verbindung zwischen Stuttgart, München und Frankfurt anbieten. Ein Zug soll die drei Städte alle zwei Wochen freitags nacheinander anfahren, sagte Rheinjet-Geschäftsführer Martin Michael.

Sein Unternehmen arbeite mit externen Betreibern zusammen. Die Zeiten seien angemeldet und bereits genehmigt. "Wir wenden uns vor allem an Pendler, die etwa unter der Woche in einer Stadt arbeiten und am Wochenende nach Hause möchten", sagte Michael. Je nach Nachfrage soll das Angebot künftig ausgeweitet werden. In den Rheinjet-Zügen sollen 680 Passagiere einen Platz finden.

Als eine Hürde bezeichnete Rheinjet die harten Vertriebsbedingungen, weil Kunden bei Buchungen im Fernverkehr in der Regel nur bei der Bahn suchten. Die Vergabe der Trassen erfolge zudem über ein Tochterunternehmen der Bahn und sei damit nicht neutral. Rheinjet bot bislang vor allem private Charterflüge an. Die Tickets für die Bahnverbindungen werden online vertrieben und sind laut Unternehmensauskunft ab zehn Euro zu haben.

99 Prozent Marktanteil für die Deutsche Bahn

Im Fernverkehr liegt der Marktanteil der Deutschen Bahn bei rund 99 Prozent. Aktuell versucht Flixtrain, Kunden der DB in die eigenen Züge zu locken. Vier Verbindungen bietet das Unternehmen derzeit mehrmals täglich an. 148 Millionen Reisenden im DB-Fernverkehr stehen bei Flixtrain gut 750.000 im ersten Jahr des Regelbetriebs gegenüber.

Frühere Versuche, dem Marktführer Konkurrenz zu machen, scheiterten entweder - wie der Interconnex zwischen Leipzig und Rostock, der 2014 aufgab - oder sie verzichten auf einen regelmäßigen Takt und setzen nur auf Wochenendfahrer, wie der Harz-Berlin-Express.

"Konkurrenz belebt das Geschäft"

Die Bahn reagierte gelassen auf den neuen Anbieter. "Konkurrenz belebt das Geschäft", teilte eine Sprecherin mit. "Auch wir als DB sind durch den Wettbewerb besser geworden." Den Vorwurf, die Trassenvergabe sei nicht neutral, wies das Unternehmen allerdings entschieden zurück.

Während die Deutsche Bahn im Fernverkehr nahezu eine Monopolstellung hat, ist der Wettbewerb im Nah- und Güterverkehr deutlich stärker. Laut aktuellen Daten der Monopolkommission lag der Marktanteil des Konzerns im Nahverkehr im Jahr 2016 bei rund 67 Prozent - gemessen an den Zugkilometern. Der Bahn zufolge kamen rund die Hälfte der Trassenanmeldungen im Regionalverkehr von externen Anbietern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. August 2019 um 09:00 Uhr.

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