Export 2008

Bruttoinlandsprodukt sinkt um 3,8 Prozent Talfahrt ohne Beispiel

Stand: 15.05.2009 11:44 Uhr

Die Abwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft hat sich im ersten Quartal des Jahres verschärft. Im Vergleich zum Vorquartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent. Dies sei der größte Rückgang seit Beginn der Berechnungen amtlicher Quartalsergebnisse im Jahr 1970, hieß es vom Statistischen Bundesamt.

Damit sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum vierten Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte die Wirtschaftsleistung in Deutschland preisbereinigt sogar um 6,7 Prozent ab, wie die vorläufigen Berechnungen der Statistiker zeigen.

Weniger Exporte, niedrige Investitionen

Grund für den historischen Einbruch der Wirtschaftsleistung seien sowohl die deutlich zurückgegangenen Exporte als auch die niedrigen Investitionen, die im Vergleich zum Vorquartal "erheblich" zurückgingen. Einzig die privaten und staatlichen Konsumausgaben stiegen demnach leicht an.

Das vierte Quartal 2008 war bereits um 2,2 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2008 zurückgegangen, das dritte und zweite Quartal jeweils um 0,5 gegenüber dem Vorquartal.

Das BIP drückt den Wert aller in Deutschland erwirtschafteten Waren und Dienstleistungen aus und gilt als die wichtigste ökonomische Kennziffer.

Gesamte Eurozone leidet

In der gesamten Eurozone fiel das gemeinsame BIP gegenüber dem Vorquartal um 2,5 Prozent. Volkswirte waren hier im Vorfeld von einer um 2,2 Prozent niedrigeren Wirtschaftsleistung ausgegangen. Nach unerwartet schwachen Daten aus Deutschland, Italien und Spanien hatte sich allerdings angedeutet, dass die Prognose zu optimistisch sein könnte. Gegenüber dem Vorjahr sank das BIP im Euroraum um 4,6 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang von 4,1 Prozent prognostiziert.

In der EU-27 verringerte sich den Angaben zufolge die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr um 2,5 Prozent und auf Jahressicht um 4,4 Prozent.

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