Zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 der australischen Fluggesellschaft Qantas | Bildquelle: AP

Risse in 737-Maschinen Qantas lässt Boeings überprüfen

Stand: 31.10.2019 12:13 Uhr

Nach den Berichten über Risse bei der Boeing-Modellreihe 737NG müssen derzeit mehrere Maschinen am Boden bleiben. Betroffen ist auch die australische Airline Qantas.

Wegen Rissen an einem Bauteil des Modells Boeing 737NG können aus Sicherheitsgründen derzeit bis zu 50 Maschinen nicht abheben. Wie ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, seien weltweit 1000 Flugzeuge untersucht worden. Prüfungsergebnisse hätten dazu geführt, dass weniger als fünf Prozent der Maschinen nicht abheben könnten.

Betroffen ist ein Bauteil zur Verbindung von Flügel und Flugzeugrumpf - im Luftfahrt-Jargon nennt man es "Pickle Fork", weil es an eine Gurkengabel erinnert.

Boeing hatte der US-Flugaufsicht FAA das Problem gemeldet, nachdem es bei einer Maschine in China aufgetaucht war. Untersuchungen zeigten dann, dass auch andere Flugzeuge betroffen waren. Die FAA ordnete eine Untersuchung von allen Boeing 737NG an, die mehr als 30.000 Flüge absolviert haben.

Australische Qantas betroffen

So meldete etwa die australische Fluggesellschaft Qantas, bei der Inspektion der 737-Maschinen ihrer Flotte sei an einem Passagierflugzeug ein Riss entdeckt worden. Insgesamt sollen nun 33 Maschinen kontrolliert werden.

"Wir haben einen Riss entdeckt. Diese Maschine wurde zur Reparatur außer Dienst gestellt", sagte ein Qantas-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Da keines der Qantas-Flugzeuge mehr als 30.000 Starts und Landungen hinter sich habe, lasse man jetzt Maschinen mit mehr als 22.600 Zyklen inspizieren.

Die Fluglinie widersprach der Mitteilung eines Verbands von Flugzeug-Ingenieuren, wonach inzwischen an einem weiteren Flugzeug ein Riss entdeckt wurde. Der Verband hatte an Qantas appelliert, alle 77 Maschinen vom Typ 737 am Boden zu lassen. Die Fluggesellschaft nannte diese Darstellung "unverantwortlich und im Widerspruch stehend mit den Empfehlungen des Herstellers".

Abstürze von 737-Max-Maschinen

Die Boeing 737 ist das Vorgängermodell der 737 Max. Die 737-Max-Modelle sind seit Mitte März wegen zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten mit Flugverboten belegt. Als eine entscheidende Unglücksursache gilt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm von Boeing. Ob und wann die Maschinen wieder abheben dürften, ist von internationalen Aufsichtsbehörden abhängig und derzeit unklar.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 25. Oktober 2019 um 21:45 Uhr.

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