Der Schriftzug des französischen Autobauers PSA an der Fabrik in Mulhouse. | Bildquelle: AFP

Iran-Sanktionen PSA beugt sich dem Druck der USA

Stand: 04.06.2018 19:50 Uhr

Der französische Autobauer PSA will seine Iran-Geschäfte wegen der drohenden US-Sanktionen auf Eis legen. Der Opel-Mutterkonzern kündigte an, die Aktivitäten mit iranischen Partnerherstellern bis auf Weiteres zu beenden.

Der französische Autobauer Peugeot-Citroën PSA zieht sich aus dem Iran-Geschäft zurück. Der Prozess zur Beendigung zweier Joint Ventures werde wegen der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA eingeleitet, teilte das Unternehmen mit.

PSA hatte 2016 nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran Vereinbarungen mit den Unternehmen Saipa und Iran Khodro geschlossen. Dabei ging es um die Fertigung von Fahrzeugen der Marken Citroën und Peugeot im Iran.

Logos der Autobauer Opel und Peugeot | Bildquelle: REUTERS
galerie

Im vergangenen Jahr übernahm der Konzern den deutschen Autobauer Opel.

Hoffnung auf Ausnahmegenehmigung

Das Unternehmen wies aber darauf hin, dass es mit Unterstützung der französischen Regierung im Kontakt mit den US-Behörden stehe, "um eine mögliche Ausnahme in Betracht zu ziehen". Die USA hatten Anfang Mai das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt, die ersten ausgesetzten US-Wirtschaftssanktionen gegen das Land treten am 6. August wieder in Kraft.

Das trifft auch europäische Unternehmen: Denn die USA drohen allen Firmen Handelsbeschränkungen an, die Geschäfte mit dem Iran machen. PSA hatte erst vor gut zwei Jahren die Rückkehr auf den US-Markt angekündigt.

Für Peugeot machten die Aktivitäten im Iran weniger als ein Prozent des Konzernumsatzes aus, erklärte das Unternehmen. Deshalb müsse der Autobauer auch seine derzeitigen Prognosen nicht ändern. Der Autobauer verkaufte dort im vergangenen Jahr 444.600 Fahrzeuge.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juni 2018 um 20:00 Uhr.

Darstellung: